Montag, 4. Juni 2018

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen? von Megan Miranda

15 Tage. 2 Freundinnen. 1 Mord.

Zehn Jahre ist es her, dass Nic ihre Heimatstadt von einem Tag auf den anderen verließ. Doch die Erinnerungen an die Nacht, in der ihre beste Freundin Corinne spurlos verschwand, haben sie nie losgelassen. Hatte jemand aus ihrem Freundeskreis etwas damit zu tun? Eines Tages erhält sie eine geheimnisvolle Nachricht: „Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“ Nic weiß, dass nur eine damit gemeint sein kann – Corinne. Sie fährt zurück in das von dunklen Wäldern umgebene Städtchen, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Doch schon am selben Abend verschwindet erneut ein Mädchen – das Mädchen, das ihnen allen damals ein Alibi geliefert hatte …


Zwei Wochen später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wer ist sie? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Auf unheimlich geschickte Weise erzählt Megan Miranda diese Geschichte rückwärts. Von Tag 15 zu Tag 14 zu Tag 13 bis schließlich zurück bis zu Tag 1 offenbart sich uns nach und nach, was seit Nics Rückkehr passiert ist – und was zehn Jahre zuvor mit Corinne geschah.

Die Handlung beginnt in der Gegenwart, springt dann 14 Tage in die Vergangenheit und bewegt sich dann wieder auf Tag 1 zu. Ich fand das eine originelle Idee, mit der man wunderbar spielen und den Leser fesseln kann. Zumindest theoretisch. Denn in der Praxis ist das Buch alles andere als packend. Der Grund? Nun, es passiert nichts. Eine Menge Beschreibungen und ein paar Erinnerungen der Erzählerin, bei denen man sich ständig fragt, warum die Nic, die Erzählerin, so mitnehmen, dass sie sich manchmal richtiggehend bescheuert aufführt. Die Tage plätschern so dahin. Nichts, was einen irgendwie mitreißen könnte. Und die mysteriösen Andeutungen, die Spannung erzeugen sollen, sind nach der dritten Wiederholung auch nur noch nervtötend.
Auch die Auflösung ist nicht wirklich überraschend – allerdings macht sie Nics Gedanken und Handlungen im Nachhinein noch etwas unglaubwürdiger, als es ohnehin schon der Fall war.
Dazu kommen flache Charaktere, die entweder unsympathisch sind oder einen gleichgültig lassen. Die einzige Figur, die mich berührte, war Nics dementer Vater und vielleicht noch Everett. Die beiden spielen aber nur am Rande mit.

Ich gestehe, ich habe das Buch schon bald nur noch quer gelesen. Kann also sein, dass mir die eine oder andere Perle entgangen ist. Groß kann die dann aber nicht gewesen sein.
Aber insgesamt kann ich, denke ich, schon sagen, dass der Plot doch recht konstruiert und wenig glaubwürdig ist. Ein atemberaubender Thriller? Nein, wirklich nicht.