Montag, 14. Mai 2018

Der Fluch von Pendle Hill: Ein Fall für Frey und McGray 2 von Oscar de Muriel

Neujahr 1889. In Edinburghs berüchtigter Irrenanstalt ermordet ein gefährlicher Psychopath eine Krankenschwester. Kurz bevor ihm die Flucht gelingt, unterhält er sich mit einer jungen Patientin, die seit Jahren kein Wort gesprochen hat. Wieso hat sie ihr Schweigen gebrochen? Sind die Gerüchte von schwarzer Magie wahr, die in den Fluren der Anstalt kursieren? Inspector McGray geht der Fall sehr nahe, denn die junge Frau ist seine Schwester. Zusammen mit seinem Partner Ian Frey verfolgt er den Mörder durch das ganze Königreich – bis zum Pendle Hill, Sitz der gefürchteten Hexen von Lancashire, wo die beiden genialen Ermittler einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur kommen …

Dies ist mein erstes Buch der Serie. Es ist auch mein letztes.
Dabei hat es eigentlich recht gut angefangen: Es klang nach einem spannenden Plott und an und für sich ist es ja auch einer. Leider ist die Ausführung so gar nicht nach meinem Geschmack. Es gibt viel zu viele verschenkte Möglichkeiten. Zum Beispiel sind die Hexen durchaus interessant. Aber sie immer und immer wieder als Schlampen zu bezeichnen, ist auf Dauer schon ermüdend.

Vor allem aber haben mich die beiden Hauptprotagonisten auf Dauer einfach zu sehr genervt.
McGray hätte ja das Zeug zu einem polternden, skurrilen Sympathieträger. Stattdessen ist er einfach nur ein ungehobelter, arroganter Typ, der ständig dieselben Flüche von sich gibt und alle anmotzt. Und Frey? Versnobt, überkorrekt, selbstmitleidig und nervig. Mehr kann man zu ihm nicht sagen. Obendrein baut er auch noch ständig Mist, findet sich selber jedoch ganz toll. Da er der Ich-Erzähler ist, bleibt dem Leser auch niemals erspart, zu erfahren, wie stolz er auch doch jedes Mal auf sich ist. Dabei hätte man aus ihm und seinem Standesdünkel so viel machen können! Und die Kombination 'Rüpel und Gentleman' hätte eine Fülle an Möglichkeiten geboten, das Ganze humorvoll und kurzweilig zu gestalten. Leider nimmt der Autor keine davon wahr.

Wenn es dann wenigstens einen tollen Showdown am Ende gegeben hätte! Aber nein, Frey versagt total, McGray reißt das Ruder zwar noch herum, aber auch mehr mit Glück als Verstand und mit fremder Hilfe.
Überhaupt sind Zufälle ein wesentlicher Bestandteil der Handlung. Hin und wieder braucht natürlich jeder Ermittler etwas Glück, das ist schon klar. Aber wenn das das Hauptkriterium ist, um am Ende zu einer Lösung zu kommen, dann ist der Ermittler entweder entschieden zu dämlich, oder der Autor macht es sich einfach zu leicht.

Da das hier schon Band 2 ist, dürfte sich an diesem Stil wohl auch kaum noch etwas ändern.