Montag, 30. April 2018

Tod in der Kaisergruft: Ein Wien-Krimi von Beate Maxian

Eine schockierende Nachricht erschüttert das idyllische, sommerliche Wien: Ein Unbekannter hat in der weltberühmten Kaisergruft mehrere Geiseln genommen. Sarah Pauli, Journalistin beim Wiener Boten, befürchtet Schlimmes, als sie vor Ort berichtet. Und ihr Gefühl trügt sie nicht. Der Täter erschießt ohne erkennbaren Grund zwei Menschen, dann sich selbst. Sarah findet heraus, dass eine der Toten eine prominente Wiener Modezarin war. War die Tat etwa ein gezielter Mordanschlag auf die Frau? Und was hat es mit dem rätselhaften Totenkopf auf sich, der auf einem der Särge in der Gruft gefunden wird?

Zunächst einmal etwas, das mir doch ziemlich sauer aufstieß: Die Autorin gesellt ihrer Heldin eine schwarze Halbangorakatze zu, hat aber keine, wirklich gar keine Ahnung von Katzen. Keine Katze läuft ihrem Frauchen schwanzwedelnd entgegen! Nie. Es sei denn, sie will das Frauchen zerfleischen! Ist eine Katze gut gelaunt, läuft sie mit erhobenem Schwanz herum. Sie wedelt nicht wie ein Hund. Wenn der Schwanz hin und her peitscht, ist dagegen höchste Vorsicht geboten.

Nun, das ist nicht die einzige Ungereimtheit, die mir in diesem Krimi aufgefallen ist. Überhaupt hatte ich Mühe zwischen all den Wienbeschreibungen die Handlung zu finden.
Die scheint aber auch gar nicht zu wichtig. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf den Personen, die sehr gut beschrieben sind und glaubhaft agieren. Jede Figur hat ihr Päckchen zu tragen, ihre eigenen Probleme und ihre eigenen Charakterzüge, gegen die sie nicht ankommt. Das macht das Geschehen lebendig und nachvollziehbar. Man hat schnell so seine Lieblinge, genauso, wie es Leute gibt, die man nicht leiden kann, oder die einem dubios erscheinen. Letzteres Misstrauen erweist sich dann auch als richtig, was wiederum schade ist, denn damit fehlt die Überraschung am Ende.
Zwar ist ohnehin von vornherein klar, wer der Täter ist, ein Mitraten ist also gar nicht vorgesehen. Aber es geht ja doch um die Frage des Warum und Wieso. Welches Motiv hatte der Mörder? Und da wäre ein unerwartetes Ergebnis doch schön gewesen. Es hätte kein Knalleffekt sein müssen, nur ein wenig subtile Irreführung.

Aber nun gut. Die Sprache ist jedenfalls gut gewählt, der Stil liest sich flüssig und angenehm. Insgesamt ist das Buch bestimmt nicht nur toll für Leute, die demnächst nach Wien reisen wollen.