Montag, 9. April 2018

Die Stadt des Affengottes: Eine unbekannte Zivilisation, ein mysteriöser Fluch, eine wahre Geschichte von Douglas Preston

Schon seit dem 16. Jahrhundert gab es Gerüchte über eine Provinz im Regenwald von Honduras, deren Städte reich und prachtvoll seien, ganz besonders die Weiße Stadt, auch Stadt des Affengottes genannt. Immer wieder machten sich Abenteurer und Archäologen auf die Suche nach den Zeugnissen dieser Zivilisation, die offenbar nicht zu den Mayas gehörte. Manchmal stießen sie tatsächlich auf Ruinen, aber eine wirkliche Erforschung war in dem von giftigen Schlangen und tödlichen Krankheitserregern verseuchten und vom Dschungel überwucherten Gelände unmöglich. Erst die moderne Lasertechnik, mit deren Hilfe das Gelände aus der Luft gescannt wird, ermöglichte genauere Hinweise, wo sich größere Ansiedlungen befinden. Um sie vor Ort zu untersuchen muss man sich allerdings auch heute noch auf den beschwerlichen Weg durch den Dschungel machen. Der Schriftsteller und Journalist Douglas Preston schloss sich kürzlich einer archäologischen Expedition an. Sie fand tatsächlich die eindrucksvollen Ruinen einer untergegangenen Stadt, aber sie zahlte am Ende auch einen hohen Preis.

Archäologie hat mich schon immer interessiert, und so habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Denn es klang nach einem interessanten Thema. Der Anfang war auch wirklich faszinierend. Aber dann entpuppte sich das Buch schnell als ausgesprochen langatmig. Eigentlich ist es eine Aneinanderreihung von spekulativen Informationen. Und Beschreibungen. Ewig lange Beschreibungen. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich blätterte, um festzustellen, wie lange es wohl noch dauert, bis ich endlich durch bin. Durch das trockene und uninspirierte Geschichtenerzählen hatte ich bald das Gefühl, als würde ich mich selbst durch einen Dschungel kämpfen.
Letztlich geht es um die Entdeckung einer verlorenen Maya oder Aztekenstadt. Das könnte doch wirklich recht fesselnd sein! Aber nein, nicht hier.
Und was soll eigentlich der Titel? Wer oder was ein Affengott ist, wurde nicht einmal berührt.
Stattdessen erfährt man eine Menge über fleischfressende Bakterien bzw. Mikroben. Danke schön, das wollte ich gar nicht wissen.

Dieses Buch ist ein Beispiel dafür, dass man mit einem reißerischen Titel und einem geschickt formulierten Klappentext eine Menge Bücher verkaufen kann. Wenn der Leser dann enttäuscht ist, ist das egal, Hauptsache verkauft.