Montag, 5. Februar 2018

Die Bücherkatze von Eva Berberich

Die Katze, das unbekannte Wesen. Wir glauben, alles über sie zu wissen, aber eigentlich wissen wir nichts. Sie ist vertraut mit seltsamen Dingen, die uns verborgen bleiben. Schnurrt sich durch Jahrtausende, weiß von längst verschwundenen Stätten, untergegangenen Kontinenten und von Menschen, die einst dort gelebt haben. Keines der rätselhaften Geschöpfe, die durch diese Geschichten schleichen, ist wie das andere: berühmte und gänzlich unbekannte Katzen, wirkliche, geträumte, poetische, sichtbare, unsichtbare, göttliche und teuflische. Und am nächtlichen Himmel leuchtet für den, der Augen hat zu sehen, die wunderbare Sternenkatze.

Dieses Buch voller kleiner Geschichten ist etwas für Bücherwürmer, die Katzen lieben. Und die gibt es ja gar nicht so selten. Ich jedenfalls gehöre dazu.

Als ich anfing zu lesen, war ich ganz verzaubert. Ich konnte zwar die Meinung der Autorin nicht teilen, dass es Bücherkatzen nur in gedruckten Büchern geben kann. Und ich bin auch nicht ihrer Meinung, dass Bücher möglichst mit Flecken und Eselsohren personalisiert werden müssen.
Nein, ich denke, eine Bücherkatze würde sich auch in einem eReader wohl fühlen. Neugierig und klug wie sie ist, hätte sie im Nullkommanichts den binären Code geknackt und würde dann fröhlich die Einser tatzeln und mit den Nullen schussern.

Aber mal abgesehen davon hat mich der Stil bezaubert. Es geht in dem Buch in allen Geschichten mehr oder weniger um Katzen. Der Papst wird dabei genauso geschildert wie Martin Luther oder auch ein unbekannter Allerweltsmensch, wobei die Frage nach Gott schon eine große Rolle spielt.
So ab der Hälfte des Buches habe ich mich dann allerdings gefragt, warum denn alle Katzen gleich sein müssen – weise, ruhig, weltklug und insichruhend. Als ob es nicht auch temperamentvolle Katzen, vorlaute Katzen oder freche Katzen gäbe.
Außerdem kam mir zu oft der Tod vor, fast in jeder Geschichte, und es gab mir ein wenig zuviel Grenzgängertum – also der Wechsel zwischen unserer Welt und der nächsten – oder einer ganz anderen Fantasywelt.

Kurz und gut, dieses anfangs so faszinierende Buch hat mich am Ende doch ziemlich gelangweilt.
Es wäre vielleicht besser, wenn man nur hin und wieder mal eine der Geschichten liest. Das kann ich aber nicht beurteilen.