Montag, 8. Januar 2018

Wie bastel ich mir einen Zombie: Schaurig-schöne Geschichten aus der Wissenschaft von Frank Swain

Seit tausenden von Jahren versuchen wir Mittel und Wege zu finden, Körper und Geist unserer Mitmenschen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Von giftigem Honig, der ganze Armeen niederstrecken kann bis zu den Voodoo-Zaubern auf Haiti – Frank Swain erzählt ebenso fundiert wie mitreißend wahre Geschichten aus der Wissenschaft. Von Hundeköpfen, die ohne ihre Körper zum Leben erweckt werden, von Geheimgesellschaften, die tief in die Psyche des Menschen vordringen, mit dem Wunsch, den Tod zu überlisten. Und von Parasiten, die ihren Wirt so beeinflussen können, dass er zu Suizid oder zur Geschlechtsumwandlung getrieben werden kann.

Auf englisch ist das Buch bereits 2013 erschienen. Da ich mit den lateinischen Namen ein paar Probleme hatte, habe ich seitdem sehnsüchtig darauf gewartet, dass es auf deutsch erscheint. Und jetzt ist es endlich soweit!

Um es gleich vorweg zu sagen: Es handelt sich hier nicht um einen Zombieroman oder um eine Anleitung, wie man solche Romane schreibt. Dieses Buch hier ist eigentlich ein Sachbuch. Aber der Titel passt trotzdem, denn der lockere und witzige Stil – übrigens wunderbar übersetzt von Astrid Mania – macht auf dem Buch sehr viel mehr als eine wissenschaftliche Abhandlung.
Denn eine solche Abhandlung ist es im Grunde genommen schon – der Autor weiß ganz offensichtlich, worüber er da schreibt. Es gibt interessante Einblicke sowohl in medizinischer Sicht wie bei Neuroanatomie, Psychochirurgie und Sozialpsychologie, als auch in Mythologie, Religion und Kulturgeschichte. Kurz, es geht um alles, was das Gehirn und damit die Persönlichkeit oder das Bewusstsein verändern kann.

Aber all das eben unterhaltsam. Und dass ist tatsächlich möglich, man glaubt es kaum. Ja, ich möchte sogar sagen, dass einen dieses Buch so sehr fesseln kann, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legt. Wenn einem das vor dem Einschlafen passiert, kann es schon sein, dass man am nächsten Tag selbst ein bisschen wie ein Zombie herumläuft. Aber das passt. Denn wie heißt es so schön im Buch: „Sie sind ein Untoter, ein Zombie, sind es immer schon gewesen.“ Na dann ...