Montag, 29. Januar 2018

Constance Verity von A. Lee Martinez

Constance »Connie« Verity rettet die Welt schon seit ihrem siebten Lebensjahr. Immer wieder. Doch nach 28 Jahren als intergalaktische Superheldin hat Connie echt keine Lust mehr auf den Job. Sie will endlich ein normales Leben – mit einem langweiligen Arbeitsplatz und einem netten Freund. Um das zu bekommen, gibt es dummerweise nur eine Möglichkeit: Connie muss die gute Fee töten, die ihr ihre besondere Gabe bei der Geburt verliehen hat. Das stellt sich natürlich als alles andere als einfach heraus, und nach und nach kommt Constance einer noch viel größeren Verschwörung auf die Spur, die anscheinend ihr ganzes bisheriges Leben beeinflusst hat. Der grandiose Auftakt zu einer wunderbar komischen Martinez-Trilogie!

Der letzte Martinez hat mich schon etwas enttäuscht. Aber was soll's, sagte ich mir, jeder Autor hat mal einen Durchhänger. Und so habe ich ich mir auch diesen neuen vorgenommen in der Hoffnung, dass der Autor zu seinem alten Niveau zurückgefunden hat.

Der Anfang ist auch wirklich sehr gelungen und zieht einen schnell in die Handlung. Die eigentlich recht langweilige Situation eines Vorstellungsgesprächs kippt schnell in eine so absurde wie phantasievolle Verschwörung eines Geheimbundes, wird locker-flockig aufgelöst und witzig relativiert. So weit, so gut.

Leider trübt sich das Lesevergnügen sehr schnell. Denn wie oft kann man es ertragen, dass Connie stets aufs neue aufzählt, wie viele Geheimbünde sie schon zerschlagen und wie viele Monster sie schon erlegt hat? Das Buch krankt entschieden an zu vielen Aufzählungen, Erwähnungen und Auflistungen, was die Heldin schon alles besiegt und/oder gerettet hat. Der Autor legt es scheinbar darauf an, möglichst viel Wahnwitziges auf möglichst wenigen Seiten zu erwähnen. Die Handlung bleibt dabei auf der Strecke und die letztlich angestrebte Lösung ist einfach nur enttäuschend.
Dazu kommt eine Superheldin, die sich eigentlich nicht entscheiden kann, aber alles besser weiß, die zwar die größte und beste ist und eigentlich alles kann, aber mit der Gesamtsituation bemerkenswert unzufrieden ist, und die einem mit ihren ständigen Erzählungen, was sie schon alles gemacht hat, bald auf die Nerven geht.

Dieser Martinez ist der schlechteste von allen, die ich bisher gelesen habe. Und die kommenden beiden Teile können auf jeden Fall ohne mich stattfinden.