Montag, 18. Dezember 2017

Treueschwur (Darmstadt-Krimis, Band 10) von Michael Kibler

Während eines Kongresses der Gerichtsmediziner in Darmstadt wird bei Renovierungsarbeiten im Kongresszentrum ein Schädel gefunden. Steffen Horndeich und Leah Gabriely von der Mordkommission finden heraus, dass der Besitzer des Schädels vor sehr langer Zeit verstorben sein muss. Ganz anders sieht es bei den Skelettresten aus, die wenig später in einem Waldgebiet auftauchen: Das Mordopfer kann noch nicht so lange tot sein. Schon die Feststellung der Identität wird zu einem komplexen Puzzlespiel. Und dann mehren sich die Hinweise, dass ausgerechnet der Schädel bei der Lösung des Falls eine wichtige Rolle spielen könnte.

Zugegeben, wer nicht gerade in Darmstadt und Umgebung wohnt, tut sich von vornherein ein bisschen schwer mit diesem Krimi, weil er mit den zahlreichen Verweisen auf Örtlichkeiten herzlich wenig anfangen kann. Wer wie ich die neun Vorgänger nicht gelesen hat, dürfte eine Weile auch einige Schwierigkeiten mit den Personen haben. Insofern bitte ich mein Urteil in Klammern zu sehen.

Der Schreibstil ist jedenfalls gut, locker-flockig, mit einer Prise Humor, genau das, was einen Krimi wie diesen lesenswert macht. Mit der Handlung hatte ich allerdings ein wenig meine Probleme. Vor allem störte mich, dass die Darmstädter Polizei einen Schädel findet, sich aber kein bisschen für ihn interessiert, sondern nur für den Einbruch. Ein menschlicher Schädel und sie stellen ihn einfach wieder ins Regal und gut ist's! Als derselbe Schädel drei (!) Jahre später an anderer Stelle wiedergefunden wird, ist dann plötzlich die Aufregung groß. Ich will doch nicht hoffen, dass das in der Realität auch so ist.

Überhaupt finde ich die Story ein wenig hanebüchern. Die Personen aber sind sehr lebendig dargestellt und haben Charakter.