Montag, 4. September 2017

Strafzeit: Ein Fall für Hubertus Hummel von Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer

Studienrat Hubertus Hummel mangelt es nicht an Problemen: Seine Frau ist zu einem schleimigen Anwalt übergelaufen, seine Tochter lässt sich nichts mehr sagen, und dann wird auch noch während des Eishockeyspiels seiner »Wild Wings« ein Kollege erschossen. Schon bald stellt sich heraus, dass der Tote ein schillerndes Privatleben führte. Zusammen mit dem findigen Journalisten Klaus Riesle beginnt Hummel zu ermitteln. Die Jagd nach dem Täter führt die Freunde quer durch den Schwarzwald und bis an den Bodensee …

Dieses Buch ist unter dem Titel „Eiszeit“ schon seit 2000 zu haben. Das hier ist eine überarbeitete und modernisierte Neuauflage.

Nachdem ich ja eine gewisse Schwäche für die Schwaben habe und man mir sagte, dass wäre kein Krimi mit Schenkelklopferhumor, wie er bei Regionalkrimis leider häufiger mal vorkommt, habe ich mir das Buch geleistet. Im Großen und Ganzen ist es auch wirklich nicht schlecht.
Für Schwabenliebhaber und Kenner der Gegend ist es auf jeden Fall amüsant, auch sprachlich.

Ein anspruchsvoller Fall ist es dagegen nicht. Es bisschen Tratsch und zwei naive Privatdetektive, dazu Dialogwitz und Hilfe von Kommissar Zufall sind die wesentlichsten Zutaten. Daraus wird eine locker-leichte Lektüre gemixt, die Spaß macht, ohne die grauen Zellen zu sehr anzustrengen.
Die Auflösung und der Schluss aber sind enttäuschend. Man hat das Gefühl, dass den Autoren nichts mehr eingefallen ist und so wurde schnell noch eine neue Figur eingeführt, an der dann alles hängen bleibt. Ich komme mir schon etwas veralbert vor, wenn auf den letzten fünfzig Seite noch ein Fremder dazukommt und der war's dann! Von Krimiautoren erwarte ich mir schon, dass sie ihren Plot etwas sorgfältiger anlegen.

Insgesamt also ein heimatnaher fröhlicher Krimi, der ab und zu zum Schmunzeln anregt, zum Schluss hin aber abstürzt.