Montag, 31. Juli 2017

Portugiesische Rache: Roman - Ein Lissabon-Krimi (Portugal-Krimis, Band 2) von Luis Sellano

Nach gefährlichen Abenteuern in Lissabon hat der Expolizist Henrik Falkner sich in die Stadt am Tejo verliebt. Henrik übernimmt das Antiquariat seines Onkels Martin – und damit auch dessen Vermächtnis. Denn Martin hat nicht nur Kuriositäten aller Art, sondern auch Artefakte gesammelt, die in Zusammenhang mit ungelösten Verbrechen stehen. Als ein Mann in der Bar Esquina erstochen wird, ahnt Henrik, dass er in den nächsten Fall geraten ist. Zusammen mit der temperamentvollen Polizistin Helena begibt er sich auf die Spuren des Mörders. Doch dann wird Helenas Tochter entführt … Es beginnt eine Jagd durch die Gassen von Lissabon.
 

Ok, ich hätte es nach dem ersten Band wirklich besser wissen müssen. Aber das Buch war nun mal da und ich wollte dem Autor noch eine zweite Chance geben. Keine gute Idee. Und ich gestehe es auch gleich im Vorfeld: Ich habe das Buch nicht zu ende gelesen. Sollte es also in der zweiten Hälfte schlagartig besser werden, tu ich ihm vielleicht Unrecht. Aber ehrlich gesagt, ich glaube es nicht.
 

Ich will es kurz machen: Die Klischees gehen nicht nur weiter, sie werden noch breiter ausgewalzt. Nervende innere Monologe zu völlig banalen Dingen. Überbordende Trauer des Helden – was ihn nicht daran hindert, mit allen Frauen ins Bett zu gehen, die nicht bei drei auf den Bäumen sind … ach ja, die Hormone. Und dieser Held ist nicht nur omnipotent, während er von Trauer zerfressen wird, er steckt auch körperliche Angriffe spielend weg – Schlafen, Wunden verbinden, Essen … das ist was für Weicheier. 

Vorurteile, Stereotype, Oberflächlichkeiten. Dazu ein Mix aus schlechter, sehr schlechter Recherche (wieder mal den Stadtplan runterzubeten reißt es auf Dauer halt doch nicht raus) und dem billigen Versuch, dem portugalunkundigen Leser zu geben, was er erwartet. Kaum zu glauben, aber dieser Band ist tatsächlich noch schlechter als der erste.

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