Montag, 15. Mai 2017

Xeelee: Vakuum Diagramme von Stephen Baxter

Seit Jahrtausenden führt die Menschheit einen aussichtslosen Kampf gegen die Xeelee. Doch die Geheimnisse der übermächtigen Herrscher des Alls konnten die Menschen nie ergründen. Erst im Jahr 5 Millionen in der Zukunft, im finalen Kampf um das Schicksal aller Lebewesen im Universum, offenbart sich eine furchtbare Wahrheit ... Stephen Baxter, einer der wichtigsten Science-Fiction-Autoren der Gegenwart, hat mit dieser Future History Maßstäbe gesetzt. Seine Vision vom Aufbruch der Menschen ins Weltall, dem ewigen Krieg gegen die uralte Rasse der geheimnisvollen Xeelee bis hin zum Ende des Universums fasziniert wie kaum ein anderes Werk.

Dieses Buch ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten. Das finde ich im Prinzip ganz in Ordnung. Was mich aber schon sehr bald störte, war, dass jede Geschichte andere Charaktere hatte und das die meisten genau dann aufhörten, wenn man allmählich durchblickte und es spannend wurde.
Von Kontinuität keine Spur. Die Rahmenhandlung, wenn man sie so nennen will, ist ziemlich dürftig und so ist das angeblich so große ganze eigentlich nur ein Ansammlung von, manchmal möchte man fast sagen willkürlich, zusammengewürfelten Einzelgeschichten.

Nun gut, ich betrachtete das ganze also als eine Anthologie. Aber auch damit wurde ich nicht wirklich glücklich. Natürlich habe ich einiges an wissenschaftlichen Erklärungen erwartet, Baxter ist dafür bekannt. Es ist fast so etwas wie ein Markenzeichen. Wenn solche Erklärungen aber zwei Drittel einer Kurzgeschichte ausmachen, ist mir das dann doch ein wenig zu viel. Es ist nun einmal wichtig für eine Kurzgeschichte, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Anders gesagt, der Autor kann vielleicht lange und dicke Romane, Kurzgeschichten sind definitiv nicht so seines.
Dazu kommen dann noch so einige Ungereimtheiten. Wieso einfach Arbeiter bei Baxter über komplexe mathematische Formeln Bescheid wissen, ging mir nicht so ganz ein. Vor allem aber war mir schleierhaft, warum eine Menschheit, die in der Zukunft durch die Bank so überintelligent ist, sich andererseits so langsam und, nun ja, dämlich anstellt.

Und dann die Xeelee – wow, was für ein Volk! Sie bauen Gebilde, die mehrere Milliarden Lichtjahre groß sind. Ihre Städte entstehen in Sekunden, ihr Schiffe sind einfach nur perfekt, das Quagma, das sie abbauen ist in jeder beziehung unvergleichlich – und dann muss dieses mächtige, allen überlegene Volk vor einer einfachen Supernova Hals über Kopf fliehen.

Das bisschen Handlung, das zwischen Physik und Xeeleepreisung noch übrig blieb, war einfach nur langweilig. Nein, definitv kein Buch für mich.


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