Montag, 10. April 2017

Tote Helden: die Legenden von Astray 1 von Michael Peinkofer

Für die einen waren sie Helden. Für andere Legenden. Für wiederum andere waren sie nur dämliche Arschlöcher. Doch niemand ahnt, dass sie wieder zurück sind … Im Jahr 37 nach dem Fall des tyrannischen Kaiserreichs sind die Helden von einst vergessen. Der Abyss, ein tiefer Abgrund, durchzieht den Kontinent Astray seit jener letzten erbitterten Schlacht und hat die Völker gespalten. Könige, Herzöge und fanatische Sektierer ringen um die Macht. Nur der Sänger Rayan erhält die Erinnerung an die Legenden der Vergangenheit am Leben – denn seine Visionen sagen ihm, dass in den Tiefen des Abyss eine Bedrohung lauert. Und dass nur die alten Legenden ihr die Stirn bieten können …

Eine neue Reihe von Michael Peinkofer. Vorab sei gleich gesagt, dass alle, die den Stil und den Humor der Ork-Reihe erwarten, wahrscheinlich ein wenig enttäuscht sein werden. Womit nicht gesagt ist, dass diese Reihe schlechter sein wird. Im Gegenteil, dieser erste Band ist sehr vielversprechend. Nur eben etwas völlig anderes.
Der Autor zeigt hier, dass er mehr als einen Stil kann, dass er eine derart große Fantasie hat, dass sie für mehr als nur eine Welt reicht. Sie erinnert mich ein wenig an die Drachenreiter von Pern-Serie von Anne McCaffrey. Auch hier beginnt alles damit, dass man sich zwar noch an große Schlechte erinnert, die vor langer Zeit von großen Helden geschlagen wurden. Doch es ist so lange her, dass eigentlich keiner mehr so richtig glaubt, dass die Geschichten von damals einen sonderlich großen Wahrheitsgehalt haben. Sie sind längst ins Reich der Mythen abgedriftet und überhaupt. Alles ist friedlich, alles ist gut. Wozu sich darüber Gedanken machen?
Doch wie so oft ist der gegenwärtige Friede sehr zerbrechlich. Gier nach Macht und nach Einfluss gärt im Hintergrund. Und als es dann zu ersten Unruhen kommt, droht alles schnell zu einer Katastrophe auszuarten. Und plötzlich scheinen die legendären und längst totgeglaubten Helden die einzigen zu sein, die die aufkommenden Machtkämpfe in Astray wieder in den Griff bekommen können.
Ob sie Aussicht auf Erfolg haben, kommt in diesem ersten Band, obwohl er ja mit 528 Seiten nicht gerade dünn ist, nicht heraus. Es endet auf die übliche Art bei solchen Reihen, mit einem Cliffhanger. Der Leser soll/muss eben auch die anderen Bände noch lesen. So etwas finde ich immer schade.
Aber mal abgesehen davon ist dieses Buch absolut lesenswert.


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