Montag, 9. Januar 2017

Träume aus Feuer von Maja Winter

Das Großkönigreich Le-Wajun wird vom gottgleichen Sonnenpaar regiert. Großkönig Tizarun und Großkönigin Tenira sind allseits beliebt, doch heimlich ergeht ein perfider Auftrag an die Gilde der Wüstendämonen: Die gefürchteten Assassinen sollen für Großkönig Tizaruns Tod sorgen.

Die Auftraggeber des Anschlags ahnen nicht, dass sich längst einer der Wüstendämonen am Hof von Le-Wajun eingeschlichen: Karim, getarnt als Knappe eines Fürsten. Für ihn ist der Auftrag sehr persönlich, denn er weiß von einem dunklen Geheimnis in der Vergangenheit des Großkönigs. Die Zeit der Rache ist gekommen!

Maja Winter ist das Pseudonym der Autorin Lena Klassen, unter dem sie epische Fantasygeschichten veröffentlicht. Wie immer, wenn jemand zwar ein Pseudonym verwendet, aber gleichzeitig sicherstellt, dass man auch ja weiß, welch erfolgreicher Schriftsteller dahintersteckt, war ich unangenehm berührt. Ich meine, wozu dann ein Pseudonym? Diese Koketterie ist nunmal gar nicht nach meinem Geschmack.

Aber zum Buch: Eines war recht schnell klar – es ist ganz hervorragend geschrieben! Auch der Aufbau und der Inhalt zeugen davon, dass da jemand sein Handwerk versteht. Spannungsbögen, wie sie sein sollten, Charaktere, bei denen man mitfiebern kann. Die Perspektive wechselt zwischen den einzelnen Figuren und bringt dadurch zusätzlich Abwechslung. Auch eine herzerwärmende Liebesgeschichte wurde nicht vergessen. Auf epische Schlachten wurde zum Glück verzichtet.

Man braucht allerdings sehr viel Geduld, um in das Buch hineinzukommen. Denn erst einmal wird der Leser von Beziehungsgeflechten, einer komplexen Welt und Namen, die in ihrer Fremdheit alle irgendwie gleich klingen, regelrecht erschlagen. Es gibt ein Personenverzeichnis, aber das ständige Blättern ist nervtötend. Eine Geschichte sollte sich selbst erklären, Beziehungen und Verhältnisse im Laufe der Handlung klar werden. Auch so etwas macht einen guten Autor aus. Hier bleibt dem Leser nichts übrig, als sich durchzubeißen.

Wenn es dann wirklich gut und fesselnd wird, hat man das erste Drittel des Buches schon hinter sich. Es ist also wirklich Beharrlichkeit gefragt – und die entsprechende Zeit dafür.


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