Montag, 19. Dezember 2016

Lennart Malmquist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen von Lars Simon

Göteborg. Im Leben des erfolgreichen jungen Unternehmensberaters Lennart Malmkvist geschehen sonderbare Dinge. Ein Leierkastenmann in rotem Frack und zerbeultem Zylinder verfolgt ihn nicht nur am helllichten Tag, sondern bis in seine Träume, er verliert kurzzeitig die Sprache, was ihm die fristlose Kündigung einbringt, und schließlich vermacht ihm sein skurriler Nachbar, der alte Buri Bolmen, auch noch seinen Zauber- und Scherzartikel laden – inklusive übellaunigem Mops. Alles ziemlich seltsam, bis es noch seltsamer wird. Mops Bölthorn beginnt während eines Gewitters zu sprechen: Lennart sei der Auserwählte. Er müsse sein magisches Erbe annehmen und außerdem den Mord an Buri aufklären. Mord? Magisches Erbe? Ein Hund, der spricht? Lennart sieht sich bereits auf der Couch eines Therapeuten … Doch am Ende behält Bölthorn recht, und es geht um weitaus mehr als schlichte Magie.

Titel und Klappentext klangen so richtig nach einem Buch nach meinem Geschmack. Und auch die ersten Seiten versprachen ein wunderbares, skurriles und witziges Lesevergnügen. Allerdings zeigte sich schnell, dass es mit dem Witz nicht weit her war. Der Mops mit seiner ständig miesen Laune hat ein paar gute Sprüche drauf, ansonsten aber sind die Charaktere zwar schräg, aber nicht mitreißend. Überhaupt sind diese eigenwilligen Charaktere das einzige, das die Geschichte überhaupt lesenswert macht – wobei man sich aber schon hin und wieder einen 'normalen' Menschen wünschen würde, der wenigstens mal kurz durch die Handlung läuft. Gibt es in Göteborg so etwas nicht? Aber die Charaktere sind immerhin ein Lichtblick, denn die Geschichte zieht sich schon gewaltig und ist unglaublich zäh. Außerdem ist man immer wieder versucht, sich als Leser an den Kopf zu greifen, wie dämlich und begriffsstutzig die Figuren manchmal sind, nur um die Spannung noch ein wenig künstlich hochzuhalten. Und bis zum Ende habe ich nicht begriffen, warum Buri, wenn er doch alles aufbaut, um Lennart zu helfen, diesen nicht irgendwann mal drauf anspricht.
Überhaupt lässt die Ausarbeitung der Handlung doch sehr zu wünschen übrig.

Die Grundidee dieser Reihe – denn dies ist nur der erste Band - ist wirklich sehr gut. Nur leider weder gut durchdacht, noch gut umgesetzt.


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