Montag, 26. Dezember 2016

Die sieben Monde: Der Ruf der Rache von B.C. Dornbusch

Verurteilt, verraten, verbannt ― doch ungebrochen ...

Draken vae Khellian ist tief gefallen. Einst Kommandant der Garde des Königs, wird er zu Unrecht für ein grausames Verbrechen verurteilt: die Ermordung seiner Frau. Die Strafe lautet Exil, und Draken verliert dadurch alles; seine Ehre, seinen Rang und seine Heimat. Nun ist er ein Niemand, verbannt in das ferne Akrasia. Ein Land, das nicht nur am Rande eines Krieges steht, sondern in dem er auch wilde Magie und rachsüchtige Geister fürchten muss. Dort wird Draken nur von einem Gedanken beherrscht: seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder seiner Frau zu finden …

Ich habe das Buch ungebeten vom Verlag zugeschickt bekommen. Also dachte mir, ich gebe ihm eine Chance und lese mal rein.
Ehrlich gesagt erwartete ich nicht besonders viel, schon weil mir das Ganze viel zu routiniert runtergespult schien – dieser 1. Band erschien am 11. November, Band 2 und 3 der Trilogie erscheinen am 13. Januar und am 16. März. Und der Autorenname ist garantiert ein Pseudonym (wobei mich 'Dornbusch' ein wenig unagenehm an das Alte Testament erinnert, wo Gott persönlich sich als brennender Dornbusch vor Moses manifestierte).

Aber gut, ich habe also reingelesen und ich muss sagen, derjenige, der das geschrieben hat, wer auch immer das ist, versteht etwas davon. Das ist alles versiert geschrieben, da steckt auf jeden Fall Erfahrung dahinter.
Aber ach, die Grundidee, die Figuren und die Umsetzung sind einfach nur Standard. So etwas hat man schon Dutzende Male gelesen. Es fehlt sie Raffinesse, das Neue, das Unerwartete. Etwas, das einen mitreißt und staunen lässt.

Ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn es im Text ab und an mal ein wenig rumpelt, wenn dafür der Plot originell ist. Ich meine damit nicht, dass grammatikalische Fehler sein dürfen oder Schlimmeres. Aber wenn mal eine Metapher nicht 100% sitzt oder ein Bild ein wenig schräg ist, stört mich das wenig, solange die Charaktere mich fesselt und die Handlung überrascht.
Wenn jedoch wie hier alles so geschrieben ist, dass ich im Geiste vor mir sehe, wie der Autor auf die Verkaufszahlen schielt, dann kann es noch so perfekt formuliert sein, es stößt mir sauer auf.
Und dementsprechend hält sich dann auch das Lesevergnügen bei mir in Grenzen.
Wie heißt es doch so schön bei Goethes Torquato Tasso: Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt.


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