Montag, 11. Juli 2016

„Ordeal by Innocence“ oder „Tödlicher Irrtum“ von Agatha Christie


Evidence that clears the name of a boy sentenced for killing his adopted mother arrives too late to save his life – so who did kill her?
Dr. Arthur Calgary takes a ferry across the Rubicon River to Sunny Point, the home of the Argyle family.
A year before, the matriarch of the family was murdered and a son, Jack, was convicted and sentenced to spend the rest of his life in prison.

Throughout the trial Jack had maintained his innocence, claiming he was hitchhiking on the night of the murder and he had been picked up by a middle-aged man in a dark car. Unable to locate this mystery man the police viewed Jack’s as a lie. Calgary was the stranger in question, but he arrives to late for Jack – who succumbs to pneumonia after serving just six months of his sentence.
Feeling a sense of duty to the Argyles, Calgary is surprised when his revelation has a disturbing effect on the family – it means one of the family is a murderer…

Während Jacko Argyle die Strafe für den Mord an seiner Pflegemutter verbüßt – ein Verbrechen, von dem er stets behauptete, es nicht begangen zu haben – stirbt er im Gefängnis. Zwei Jahre später taucht plötzlich ein Mann auf, der ihm ein Alibi für den Mordzeitpunkt geben kann: Arthur Calgary, der Erzähler des Romans. Dieser unternimmt auf eigene Faust Untersuchungen und versucht gemeinsam mit dem örtlichen Arzt, die Unschuldigen zu schützen und den Mörder zu ermitteln.

Zuerst habe ich den Film zum Buch gesehen – großartig besetzt mit Donald Sutherland, Faye Dunaway, Ian McShane und Christopher Plummer. Er begann ziemlich gut, wurde immer verworrener und ließ mich am Ende unzufrieden zurück. Das also sollte der Krimi sein, den Agatha Christie für ihren besten hielt? Das konnte ich nicht glauben, also wollte ich das Buch lesen. Denn es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Buch beim Verfilmen so verändert wird, dass man es nicht mehr wiedererkennt. Ich wählte die englische Originalfassung, zumal es keine aktuelle deutsche Fassung gibt.

Nun, was soll ich sagen? Es ist ein nettes kleines Rätsel. Die Charaktere sind interessant. Wäre es nicht Agatha Christie, wäre ich vielleicht zufrieden. Oder wenigstens nicht so unzufrieden.
Aber man hat eben so seine Erwartungen und ich erwarte von der Queen of Crimes dann doch etwas mehr Spannung. In diesem Buch gibt es zwar einige interessante Wendungen, aber am Ende ist die Identität des Mörders nicht überraschend. Und ich kann mir nicht helfen, ich finde, ein paar Details (oder zumindest eins) scheinen nachträglich eingefügt, um dem Ganzen mehr Fülle zu geben. Insgesamt wirkt es unfertig, als ob die letzte Überarbeitung fehlt.
Dieser Eindruck verstärkt sich noch, weil die eine oder andere Figur hin und wieder plötzlich etwas tut, was mitnichten zu ihrem Charakter passt. Und die letzten beiden Morde sind sowas von unmotiviert - es ist mir völlig schleierhaft, warum sie überhaupt begangen wurden!

Interessant ist das Buch trotzdem, schon weil keiner der üblichen Detektive (Poirot, Miss Marple, Parker Pyne etc.) den Fall zu lösen versucht, sondern ein Außenseiter.


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