Montag, 4. Juli 2016

Call of Crows – Entfesselt von G. A. Aiken


Spätestens seit »Thor« wissen wir: nordische Götter können ziemlich sexy sein! In G. A. Aikens neuer Urban-Fantasy-Reihe »Call of Crows« senden die Asen ihre Boten ins L.A. der Neuzeit, um die Welt vor der drohenden Ragnarök zu bewahren. Doch bei einem Haufen wilder Wikinger und kampflustiger Kriegerinnen sind gewisse »Spannungen« vorprogrammiert ... Niemand weiß besser als Vig Rundstrom: auch Odins Krieger brauchen ab und zu mal einen Kaffee. Erst recht, wenn der von einer heißen Barista wie Kera Watson serviert wird. Als Vig mitansehen muss, wie Kera nach ihrer Schicht überfallen und ermordet wird, beschließt er, sie zu retten. Doch Ex-Marine Kera ist sich nicht sicher, was sie von dieser Rettung halten soll. Als »Krähe« der Norne Skuld soll sie fortan den Weltuntergang verhindern. Nur scheinen ihre neuen Kampfgefährtinnen so gar nichts von Disziplin zu halten. Und dann wäre da noch Vig, der sie ständig von ihrer Arbeit ablenkt ...

Entfesselt ist der erste Band der Call of Crows-Reihe, die sich um nordische Götter und Heldensagen dreht. Ich hatte keine Probleme, hinein zu finden. Allerdings bin ich in Sachen Nordische Göttersagen auch ganz gut bewandert. Wer keine guten Vorkenntnisse in diesem mythologischen Bereich hat, sollte sich vorher vielleicht besser etwas einlesen, sonst dürfte er Schwierigkeiten haben. Denn erklärt wird nicht viel. Man versteht es entweder, oder eben nicht.

Nachdem ich wie gesagt, so einiges über die nordischen Götter gelesen habe, habe ich mich schon sehr auf dieses Buch gefreut. Am Anfang war auch noch alles ziemlich spannend – man fällt praktisch mit der Tür ins Haus und reimt sich dann nach und nach zusammen, wie man überhaupt zu diesem Haus kam. 
Die ersten zwei Kapitel rissen einen regelrecht mit, auch wenn man die eine oder andere Erklärung ganz gut gefunden hätte. Aber danach flaute die Spannung schnell ab. Das mag auch daran liegen, dass sich eigentlich nichts entwickelte. Die Figuren blieben immer ein wenig zu stereotyp und flach, um einen wirklich anzusprechen. Sie lernten nicht dazu, sondern schreien nur rum und prügeln sich. 
Schlimmer noch, die Heldin hatte eigentlich keine Lust sich auf ihren neugewählten Weg einzulassen, was natürlich auch den Leser daran hindert, sich damit auseinander zu setzen. Und wie lange kann man aufmüpfig und ablehnend sein, bis man nur noch langweilig ist? Selbst die erotischen Szenen zwischen Kera und Vic reißen es nicht raus. Aber immerhin scheint Vic wenigstens lebendig zu sein. Er ist die einzige Figur im Buch, die Tiefe hat – außer dem Hund, der ist wirklich gut beschrieben und sehr liebenswert.

Immerhin gab es immer wieder recht witzige Stellen und den einen oder anderen wirklich guten Dialog. Aber ich weiß nicht, ob das auch Leser genießen können, die keine Ahnung von der nordischen Sagenwelt haben.

Dies ist mein erstes Buch von G. A. Aiken, deshalb kann ich nicht beurteilen, ob die anderen besser sind. Es hat mich jedenfalls nicht so recht überzeugt. Dass es mit einem Cliffhanger endet, nehme ich außerdem übel. Ich hasse es, wenn man den Leser dadurch dazu zwingen will, das Buch weiter zu lesen. Aber das ist eben eine ganz persönliche Abneigung von mir.



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