Montag, 20. Juni 2016

Maestra von L.S. Hilton

Sie nimmt sich, was sie will, und nichts hält sie auf ... Judith Rashleigh arbeitet für ein renommiertes Londoner Auktionshaus. Deshalb hält sie es zunächst für ein Versehen, dass ein von ihr als Fälschung entlarvtes Meisterwerk zur Versteigerung angeboten wird. Als sie den Galeristen auf den Fehler hinweist, feuert er sie kurzerhand und raubt ihr jegliche Hoffnung auf eine Zukunft in der Kunstwelt. Doch es gelingt ihr, sich trotzdem weiterhin in den elitären Kreisen zu bewegen und die Hintergründe des millionenschweren Kunstbetrugs aufzudecken, ohne dabei ihre wahre Identität preiszugeben. Ein riskantes Spiel, an dem die junge Britin aber schnell Gefallen findet – und zwar so sehr, dass sie den Spieß schließlich umdreht und sich das nimmt, was ihr zusteht.

Dieses Buch ist eine Mogelpackung! Ich hatte mir einen Thriller erhofft. Was ich bekam, war im Grunde genommen ein Porno mit ein wenig einfallsloser Handlung drumrum. Denn die Sex-Szenen vertuschen vor allem, dass dahinter eigentlich gar kein richtiger Plot steckt.

Die Heldin der Geschichte ist gutaussehend, rücksichtslos und ehrgeizig. Und darüber hinaus ist sie unsympathisch und dauergeil. Letzteres aber nur, wenn Champagner und Kaviar gereicht werden. Anders gesagt, was sie eigentlich anmacht, ist der Reichtum. Und genau auf die Beschreibung der Reichen und Schönen wird auch eine Menge Platz verwendet. Der Luxus der Wohlhabenden wird genüsslich aufgezählt, ihre Eskapaden, ihre Dekadenz ... Leider fehlt jedoch die sprachliche Raffinesse, die nötig wäre, um das alles interessant zu machen.
So kommt es, wie es kommen muss: Das Buch ist einfach nur langweilig. Mag sein, dass das anders wäre, wenn man sich besser mit der Heldin identifizieren könnte. Leider konnte ich jedoch nichts an ihr finden, das mich berührt hätte. So war mir letztlich egal, was aus ihr wurde, und ich habe den Roman wieder weggelegt.

Wenn das ein internationaler Bestseller ist – und das glaube ich ehrlich gesagt nicht – dann mache ich in Zukunft um vielgepriesene Bücher lieber einen Bogen. Aber ich denke, hinter all dem steckt eigentlich nur ausgeklügelte PR. Dafür spricht schon der Klappentext (siehe oben), in dem die Sexeskapaden mit keinem Wort erwähnt werden, während es dann im Buch schon im Prolog das Hauptthema ist. Da wollte wohl jemand ein wenig am Erfolg von "Fifty Shades Of Grey" anknüpfen. Leider ziemlich plump.
Mir bleibt jedoch die Hoffnung, dass der Schuss nach hinten los geht und die Leser nicht darauf hereinfallen.

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