Montag, 23. Mai 2016

The Unexpected Gift of Joseph Bridgeman (The Downstream Diaries Book 1) von Nick Jones

Meet Joseph Bridgeman, a reclusive insomniac with a weakness for ‘The Beatles’ on vinyl and a constant headache. When his annoying accountant suggests hypnotherapy might help him sleep, Joseph accidentally discovers he can time-travel and things get a little complicated.
With the help of Vinny, a local record shop owner, Mark, his old school friend, and Alexia Finch, his hypno-time-travel guru, Joe sets out to change the course of his life. He needs to get back to 1992, the year his world fell apart, the year that Amy, his sister, went missing. The only problem (apart from his clothes disappearing) is that the further back he goes the less time he gets to stay there.
Can Joe master his new-found gift before time catches up with him?

Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, dachte ich erst, ich lese über einen Teenager mit einer besonderen Gabe, mit der er nicht klar kommt. Wieder einmal. Da war ich dann erleichtert, als ich erfuhr, dass Joseph Bridgeman, der Held des Buches, bereits 34 war. Dieser Joseph kann also in der zeit reisen – zumindest in die Vergangenheit. Und er macht sich auf, seine eigene Vergangenheit zu ändern und herauszufinden, wohin seine kleine Schwester verschwand, als er sechzehn war. Klang spannend!

Leider währte die Freude nicht lange, denn auch wenn er 34 ist, benimmt er sich wie ein Teenager. Ein Teenager, der sich selber leid tut, zu viel Wein trinkt und auf Schallplatten von den Beatles steht. Er ist außerdem der Ich-Erzähler und ein Einzelgänger – keine gute Kombination. Denn auf diese Weise besteht das Buch aus sehr wenig Handlung und sehr viel innerem Monolog. Und es ist ein dickes Buch! Irgendwann hing es mir dann doch zum Hals heraus, immer wieder zu lesen, dass Josephs Gabe ein Fluch ist (wobei es ursprünglich darum geht, dass er sich in Ereignisse seiner Vergangenheit zurückzappt – bewusste Zeitreise kommt erst sehr viel später). Oder dass Joseph eigentlich zu nichts Lust hat, dass die Beatles toll und Schallplatten CDs vorzuziehen sind. Es ist mir eigentlich egal, dass Vinylscheiben von Toshiba der Rolls Royce unter den Platten sind und ich will auch nicht wissen, wann welche Version von welchem Konzert der Beatles rauskam. Dass jeweils zur Situation passende Beatlestitel anzitiert werden, ist ja noch ok – wobei man natürlich zu einer Generation gehören muss, die mit den Titeln noch etwas anfangen kann.

Und dann diese Ansammlung von Cliffhangern! In Form von Rückblenden, die recht wahl- und planlos eingestreut werden, oder als Gedankensprünge, Nebensätze, Andeutungen … viele werden bis zum Ende nicht aufgelöst. Wozu auch lose Enden verknüpfen, wenn es doch der Auftakt einer Serie ist! Aber ein derartig plumper Versuch, den Leser zu binden, macht einen vor allem wütend.
Ich bin jedenfalls kein bisschen gespannt auf die Fortsetzung! 

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