Montag, 4. April 2016

Frontiersmen: Blutfehde auf Alavarado von Wes Andrews


Der Raumhafen auf dem Planeten Alvarado ist ein Sprungbrett zu vielen Randplaneten. Entsprechend gut laufen die Geschäfte. Seit Jahren schon streiten zwei Familien um die Kontrolle über diesen Umschlagplatz, und mittlerweile wird die Fehde mit harten Bandagen geführt. In diesen Kleinkrieg geraten John Donovan und seine Crew, als sie nichts weiter als ein paar Rinder verkaufen wollen. Und auf einmal muss John verdammt schnell lernen, auf zwei Hochzeiten zu tanzen, wenn er sich keine Kugel einfangen will.

Um es gleich vorweg zu sagen: Hinter Wes Andrews steckt eigentlich Bernd Perplies. Für seine Space-Western-Serie Frontiersmen hat er sich entschlossen, unter dem offenen Pseudonym Wes Andrews zu publizieren, weil ein amerikanisch klingender Name einfach besser zu diesem Genre passt.

Was ein Spacewestern ist? Na ja, ich kannte natürlich die Fernsehserie Firefly mit einem damals noch sehr jungen Nathan Fillion (den die meisten heute wohl als Richard Castle kennen). Ich bin nicht gerade ein hingerissener Fan, aber Spaß macht die Serie allemal. Und sie zeigt perfekt, was man sich unter einem Spacewestern vorzustellen hat: Es einen Western, in dem ein paar Raumschiffe rumfliegen, die Colts  etwas fortschrittlicher funktionieren und statt rothäutigen Indianern grünhäutige Außerirdische gejagt werden.
Logisch oder nicht, es funktioniert irgendwie.

Bei den Frontiersmen ist der Protagonist John Donovan der typische „sympathische Schurke“. Allerdings einer mit Vorurteilen und – mit Verlaub – ziemlich dämlich. Dass er einfach so auf das Anwesen eines Rinderbarons marschiert, dessen Tochter er entführen soll, ist tollkühn. Dass er dem einen falschen Namen nennt, ansonsten aber die Wahrheit über seine Fracht und dass sie verzollt wurde und für wen sie bestimmt war – und dass er sich dann wundert, dass der Baron dann ganz schnell seine wahre Identität rausfindet, das ist einfach nur dumm.
Ich gebe zu, ab diesem Zeitpunkt war mein Lesevergnügen doch etwas getrübt.

Aber der Plot ist rasant und abwechslungsreich und nicht arm an Überraschungen. Es ist definitv mehr Western als SiFi, mehr Tempo als Tiefgang. Eine nette Lektüre für zwischendurch.


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