Montag, 18. April 2016

Das Feuer der Freiheit von Lyndsay Faye


In den Straßen des historischen New York geht ein Feuerteufel um – oder ist es womöglich eine Teufelin ...? Der ausbeuterische Unternehmer und Abgeordnete Robert Symmes lässt Näherinnen unter unerträglichen Bedingungen arbeiten: Hat eine von ihnen Drohbriefe verfasst und seine Fabrik in Brand gesetzt? Oder war es die Frauenrechtlerin Sally Woods, die sich höchst verdächtig benimmt? Ein halbverhungertes Waisenkind scheint den Schlüssel zu dem Geheimnis zu besitzen, doch niemand weiß seine Äußerungen richtig zu deuten. Es ist an Timothy Wilde, dem Polizisten wider Willen, Schlimmeres zu verhindern – indem er möglichst schnell den Täter findet.

Das Buch spielt im New York der 1840er und -50er und ist der dritten Band einer Trilogie. New York muss damals ein schrecklicher Ort gewesen sein, voller Armut, Dreck und Menschenverachtung, politischer Kriminalität, Drogenabhängigkeit und Sexualstraftaten. Im Buch wird das sehr deutlich. Die Fiktion wird auch sehr gekonnt mit historischen Fakten vermischt, so dass das Ganze sehr glaubwürdig erscheint.
Der Held dieser Welt und dieses Buches ist Timothy Wilde, ein ganz besonderer Charakter, der die Geschichte auch erzählt. Er ist lebendig beschrieben und man fühlt sehr schnell mit ihm.
Trotzdem konnte ich mit dem Buch nicht recht warm werden. Ich glaube, es lag daran, dass es einfach zu langsam voran ging. Ständig wurde abgeschweift. Viel zu oft wurde etwas angesprochen, dass dann in der Schwebe blieb um die Spannung zu erhöhen und den Leser bei der Stange zu halten. Aber wie heißt es so schön: Kaum merkt man die Absicht, ist man verstimmt.

Außerdem muss angemerkt werden, dass der Autorin zwar ihr Protagonist wunderbar lebendig und mit Tiefgang gelingt. Ihre weiblichen Charaktere aber bleiben alle merkwürdig eindimensional und blass. Das ist besonders merkwürdig, weil in vielerlei Hinsicht das Geschlecht der zentrale Kern der Geschichte ist.

100 Seiten weniger hätten diesem 528-Seiten-Wälzer auf jeden Fall gut getan. Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, sollte natürlich auch den dritten angehen, um eine Art Schlusspunkt zu haben. Allen anderen ist diese Buch weniger zu empfehlen.


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