Montag, 15. Februar 2016

Tote lächeln nicht: Schwaben-Krimi von Franz Hafermeyer


Blutige Morde erschüttern Augsburg: Der ansässige Zuhälterkönig und ein respektierter Stadtrat wurden grausam dahingemetzelt. Bei beiden Leichen findet sich ein Bild des Erzengels Gabriel. Offenbar ein irrer Fanatiker - so lautet zumindest die offizielle Devise. Elsa Dorn, ehrgeizige Kommissarin und neu im Revier, hat ihre eigene Theorie. Hilfe findet sie ausgerechnet beim geschassten Polizisten Sven Schäfer. Bald erhärtet sich ihr Verdacht: In Schwaben geht ein Profikiller um - und der hat längst nicht alle Aufträge erledigt.

Ach, das klang richtig gut. Augsburg kenne ich und liebe es sehr. Und dass Elsa Dorn aus München kommt, trifft sich auch gut. Das kenne ich schließlich auch so ziemlich. Klar, dass ich das Buch da haben musste.

Tja, und dann hatte ich es. Relativ am Anfang bekommt Elso Dorn, die Heldin des Buches gesagt, dass sie auf der Deppenliste steht. Und ganz schnell wird klar: zu Recht.
Sie ist die größte Zicke, die man sich denken kann. Null Humor, von nix ne Ahnung, aber überzeugt, dass sie alles besser weiß und besser kann und dass Männer alle entweder Schweine oder Waschlappen sind. Und wenn sie findet, Augsburg ist bitterste Provinz, warum ist sie dann nicht in München geblieben? Ja, ich weiß, da ist so ein Kerl … aber München ist groß und die Polizei hat eine Menge Abteilungen, Kommissariate, Polizeiinspektionen usw. Da wäre doch eine interne Versetzung möglich gewesen! Die Frau nervt also nicht nur, sie ist auch noch doof.
Ich frage mich, wie der weibliche Bekanntenkreis des Autors aussieht, wenn er so etwas als richtig und gut betrachtet?

Der männliche Gegenpart im Buch ist nicht nervtötend, er ist nur langweilig. Dass er gleich in der ersten Szene Ketchup auf sich verteilt und nur ein schmutziges Taschentuch hat, um sich abzuwischen, na ja. Aber besser wird’s nicht. 

Außerdem hat der Autor für mein Dafürhalten zuviele Schwedenkrimis gelesen. Gut, vielleicht träumt er ja im Stillen von einem solchen Fall – laut Verlag ist er nämlich selber Polizist.

Aber das würde ja noch gehen, wenn Elsa nicht wäre! Und die hat nun einmal eine Hauptrolle. Und was noch schlimmer ist – sie wird noch in weiteren Büchern vorkommen. Schreckliche Vorstellung.


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