Montag, 22. Februar 2016

Die wankelmütige Meerjungfrau: Ein Hänsel und Gretel Krimi von P. J. Brackston

Immer häufiger treffen in Gesternstadt Berichte von mysteriösen Vorfällen an der Küste von Schleswig-Holstein ein. Seeleute verschwinden, Sirenen und Seeungeheuer werden gesichtet. Normalerweise beschränkt sich Gretels Interesse am Meer auf das, was essbar ist. Als der charismatische General Ferdinand von Ferdinand sie allerdings um Hilfe bei der Aufklärung bittet, übernimmt sie den Fall. Schließlich winkt ihr eine Kreuzfahrt in Begleitung Ferdinands. Romantisch wird es allerdings auch diesmal nicht - nur wieder mörderisch.

Das war mein erster „Hänsel und Gretel Krimi“, obwohl es ja schon einige gibt. Das macht aber nichts, denn es sind immer so ziemlich abgeschlossene Fälle.
Am Anfang war ich begeistert. Die beiden Protagonisten erinnerten praktisch gar nicht an die beiden im Märchen, aber das störte mich nicht. Hänsel – Hans ist hier ein umfangreiches Mannsbild, das nur Essen und Kartenspielen im Kopf hat, aber ein gutmütiger, netter Kerl ist. Gretel hat auch eine Schwäche für gutes Essen, aber eine noch größere für gutes Aussehen. Sie ist geradezu putzsüchtig und träumt von vornehmer Umgebung und Luxus. Das birgt so einiges an Heiterkeit.
Aber auf Dauer wird es dann schon sehr langweilig, denn es entwickelt sich nichts. Gretel stolpert von einer unangenehmen Situation in die Nächste, weil sie unpassend gekleidet ist oder auf den äußeren Schein hereinfällt. Und obwohl sie im Buch immer wieder brillant genannt wird, kann sie den Fall eigentlich nur mit einer Menge Hilfe und Glück lösen. Der Leser hat schon sehr viel früher die Lösung parat und behält auch wirklich Recht.

Was zusätzlich sauer aufstößt, ist, dass die Geschwister aus Bayern kommen, die Autorin aber anscheinend wenig Ahnung von diesem Land hat. Dass Bayern ab und an „Zefix“ sagen und ansonsten vor allem von Weißwürsten mit süßem Senf träumen, ist schon etwas sehr oberflächlich.

Am Ende war ich ziemlich sauer auf diese Verschwendung von Druckerschwärze und Papier – und meiner Zeit. Dazu kommt eine teilweise doch recht seltsame Übersetzung. „Ihr rasselte ein kalter Schauer über den Rücken“ z. B. ist schon grenzwertig.

Ich werde auf gar keinen Fall noch etwas von dieser Autorin lesen.



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