Dienstag, 2. Februar 2016

Die unsichtbare Bibliothek von Genevieve Cogman

Alles beginnt mit einem Buch ... Die unsichtbare Bibliothek - ein Ort jenseits von Raum und Zeit und ein Tor zu den unterschiedlichsten Welten. Hier werden einzigartige Bücher gesammelt und erforscht, nachdem Bibliothekare im Außendienst sie beschafft haben. Irene Winters ist eine von ihnen. Ihr aktueller Auftrag führt sie in ein viktorianisches London, wo eine seltene Version der Grimm’schen Märchen aufgetaucht ist. Doch was als einfacher Einsatz beginnt, wird nur allzu schnell ein tödliches Abenteuer, denn Irene ist nicht die Einzige, die hinter dem Buch her ist. Und die anderen Interessenten gehen über Leichen, um zu bekommen, was sie wollen ...

Es gibt mehrere alternative Erden. Zwischen ihnen, und mit allen verbunden, besteht die Bibliothek, deren vorgebliche Mission ist es, Bücher zu retten. Anders gesagt, Bücher, die in der einen Welt existieren, in anderen aber nicht, werden schon auch mal gestohlen, um sie zu erhalten. Wir begegnen der Protagonistin Irene Winters dann auch als erstes genau dabei: Sie stiehlt ein Buch.
Man lernt Irenes Welt dabei so nach und nach kennen, durch die Dinge, die sie tut. Das ist sehr erfrischend, denn nur allzu oft ergehen sich Fantasyautoren erst in seitenlangen Erklärungen, ehe die Handlung einsetzt. Hier kommt alles häppchenweise und elegant in die Handlung integriert.

Die ganze Geschichte ist von Liebe zu Büchern durchzogen und von der Idee eines archetypischen Bibliothek, die außerhalb von Zeit und Raum existiert. Es erinnerte mich an Jasper Fforde und seine Thursday Next-Serie, ist aber trotzdem ganz anders.
Irene und ihr 'Auszubildender' Kai werden schließlich auf die Mission geschickt, in einer chaotischen Welt eine einzigartige Variante der Grimmschen Märchen zu besorgen. Das Ganze ist natürlich schwierig und gefährlich. Die Handlung entwickelt sich spannend und sehr schnell. Anspielungen an z.B. Sherlock Holmes einerseits und Dr. Who mit seiner Tardis anderseits sind meiner Meinung nach durchaus beabsichtigt.

Die Welt der Bibliothek und der alternativen Erde sind gut gemacht, das Verhältnis zwischen den Hauptfiguren geschickt gezeichnet. Man ist gespannt, wie sich das alles noch entwickeln wird. Denn dieses Buch ist der Auftakt einer Serie.

Ein wirklich schöner Steampunk-Roman.


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