Dienstag, 26. Januar 2016

Paradox - Am Abgrund der Ewigkeit: Roman von Phillip P. Peterson

Eine Reise zu den Sternen - Erfüllung eines Menschheitstraums Oder Albtraum der Menschheit? - Ed Walkers letzte Mission endete beinahe in einer Katastrophe. Zwar konnten er und seine Crew sich retten, doch nun fürchtet er, als der Astronaut in die Geschichte einzugehen, unter dessen Kommando die Internationale Raumstation ISS zerstört wurde. Daher kann er sein Glück kaum fassen, als er die erste bemannte Weltraummission an den Rand des Sonnensystems anführen soll. Mit an Bord ist auch der junge Wissenschaftler David Holmes, der das mysteriöse Verschwinden dreier Raumsonden untersucht. Doch als das Raumschiff den interstellaren Raum erreicht, lautet die wichtigste Frage der Menschheit nicht mehr: Sind wir allein im Universum? Sondern: Sind wir bereit für die Wahrheit? 

Als erstes fällt die Vorliebe des Autors für technisches Kauderwelsch und Abkürzungen auf – und sorgt beim Lesen schon mal für Unmut. Ganz klar: Er ist vom Fach. Das ist gut zu wissen und macht das Ganze sehr plausibel. Aber muss er es denn bei jeder, wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit so raushängen lassen?
Und dann die Klischees: Gleich zu Beginn werden wir darauf eingeschworen, dass Amerika die Datenüberwachung zur Terrorismusbekämpfung auf die Spitze treibt. Andererseits ist kein Geld mehr für die Raumstation ISS mehr da und als es zu einer Katastrophe kommt, sind selbstverständlich die Russen Schuld. Der amerikanische Kommandant dagegen ist ein Haudegen à la Captain Kirk, nur ohne dessen Charme. Mit seinen 60 Jahren poltert er rum wie ein Teenager und lernt auch nichts dazu, als ihn das den Job kostet.

Überhaupt waren mir eigentlich alle Hauptpersonen eher unsympathisch. Ein richtig netter Kerl mit etwas Leben in sich war nicht dabei.
Trotzdem kann ich sagen, dass ich das Buch anfangs durchaus spannend fand und wissen wollte, worauf alles hinausläuft. Dummerweise lässt der Autor seine Wissenschaftler aber schon bald über das erwartete Phänomen am Ziel der Reise spekulieren. Man denkt sich dann 'Ok, das ist also ganz bestimmt nicht die Lösung' – und muss dann enttäuscht feststellen, dass es genau das ist. Mehr steckt nicht dahinter. Und diese Erklärung ist noch nicht einmal besonders logisch!


Insgesamt ist das Ganze am Anfang fesselnd, dann eher öde und am Ende unausgegoren. Und die Charaktere sind zu hölzern, um einen wirklich zu berühren.
Schade, dass so eine Standardhandlung ausreichend für den ersten Storyteller Award war. Das lässt für die Zukunft des Preises nicht viel hoffen.


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