Dienstag, 29. Dezember 2015

Die Traumnäherin von E. A. Birk

 Als Annas Mann eine alte Nähmaschine findet und repariert und sie damit arbeitet, beginnen merkwürdige Dinge zu geschehen: Herzenswünsche erfüllen sich, ein Mensch stirbt. Anna versucht, mehr über die Maschine herauszufinden und erfährt, dass sie in einen jahrtausendealten magischen Krieg um das Schicksal der Welt geraten ist, in dem sie nur überleben kann, wenn sie lernt, ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen.
Ihre Ausbildung führt sie auf einer phantastischen Reise durch Traum und Zeit an die Grenzen ihres Verstandes, und ihr Leben, und das ihrer Familie und Freunde, steht plötzlich Kopf.


Das erste Drittel des Buches ist wirklich spannend. Die Protagonisten kommen sympathisch rüber. Vor allem Tad hat schnell mein Herz gewonnen. Auch die Grundidee fand ich ganz ausgezeichnet und das erste Drittel des Buches las ich in einem Stück.
Aber dann schlich sich langsam Langeweile ein. Es wird geredet … und geredet … und dann nochmal geredet. Alles wird durchdiskutiert – möglichst mehrfach. Und allmählich kriegt man das Gefühl, dass die Autorin denkt, dass nur Idioten ihr Buch lesen. Aber Leser sind eigentlich gar nicht so dumm. Es muss nicht jedes Fitzelchen erklärt werden! Vor allem bei einem Genre-Roman wie diesem kann man schon davon ausgehen, dass der Leser ein wenig Ahnung hat. Zumal die Ähnlichkeiten mit Harry Potter unübersehbar sind. Ich erwartete kein actiongeladenes Buch, aber ein wenig mehr Zug hätte dem Ganzen schon gut getan. Ein wohlwollender Lektor, der auch mal ein paar Kürzungen vornimmt, auch.


Gegen Ende wird es dann umso hektischer – Lücken und Logikbrüche werden mal schnell erklärt, indem man noch ein paar andere Welten einführt, Rumpelstilzchen sagt Hallo, ganz erstaunliche Verwandtschaftsverhältnisse werden gezimmert. Von dem Leser, den man anfangs für begriffstutzig hielt, wird plötzlich eine Menge Spürsinn und ein enzyklopisches Gedächtnis verlangt.

Kurz und gut: Es fing hervorragend an, wurde dann langatmig und am Ende etwas wirr. Nachdem diesem Buch wenigstens noch eines zu folgen scheint, kann ich jetzt schon sagen, dass ich den nächsten Band ganz sicher nicht lesen werde.

Die Autorin kokettiert ja damit, dass sie unter Pseudonym schreibt – aber obwohl sie sich bedeckt hält, möchte sie trotzdem nur bejubelt werden. Kritik scheint sie nicht zu vertragen – zu jeder nicht ganz himmelhochlobenden Rezension gibt sie einen Kommentar ab wie „Das Buch ist nicht für jeden … wer einen Thriller erwartet, sollte etwas anderes lesen ...“ Da bin ich schon sehr gespannt, was ich zu hören bekomme - aber vielleicht ist mein Blog ja auch zu klein, um 'bedacht' zu werden.


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