Dienstag, 20. Oktober 2015

Fingerhut-Sommer von Ben Aaronovitch


Obwohl sich Police Constable Peter Grant schon unwohl fühlt, wenn er Londons Skyline auch nur ein paar Kilometer weit hinter sich lässt, wird er jetzt in die tiefste Provinz geschickt: in einen kleinen Ort in Herefordshire – wo sich Fuchs, Hase und der Dorfpolizist Gute Nacht sagen. Aber es werden zwei Kinder vermisst, und ihr Verschwinden erfolgte womöglich unter magischen Umständen. Also muss Peter notgedrungen sein angestammtes Biotop verlassen. Mit der Flusstochter Beverley Brook begibt er sich mutig nach Westen, hinein ins ländliche England ...

"Fingerhut Sommer" ist der fünfte Teil der Peter Grant Reihe und zur Abwechslung spielt er mal nicht in London. Auch Peters Kollegin Lesley ist nur indirekt dabei. Das hat einige große Vorteile.
So wird man nicht immer mit Wegebeschreibungen durch London bugsiert (Bei der nächsten rechts bog ich in die Schlagmichtotstraße, danach fuhr ich über die Taramtamtam nach Norden …). Ok, um Wegebeschreibungen kommt man auch dieses Mal nicht herum, aber wenigstens sind sie nicht so nervtötend aufdringlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass der „Gesichtslose“ dieses Mal gar keine Rolle spielt und Lesley ist endlich mal nicht dabei. Lesley, die alles besser kann und alles besser weiß und eigentlich gar kein Mensch ist, weil sie außer Sarkasmus keine Gefühle hat.
Das ist eine Wohltat.

Peter Grant selbst bleibt sich und seinen Lesern auch in diesem Band treu und erzählt in gewohnt lockerer Art und Weise von seinem neuen Fall. Das Leben auf dem Land ist eine nette Abwechslung vom Treiben in London, zumindest für den Leser. Wobei sich Peter eigentlich auch recht schnell in die fremde Umgebung fügt und sogar eine ganze Menge ungewöhnlicher Ideen entwickelt um mit der ungewohnten Situation fertig zu werden. Außerdem kommt er endlich einmal Beverly näher.

Das skurrile Landleben bietet Platz für eine große Prise englischem Humor. Auch Anspielungen auf aktuelle, britische Vorkommnisse finden sich. Endlich gibt es auch ein paar Antworten auf Fragen die schon seit dem ersten Band im Raum stehen. Zum Beispiel erfährt man zum Beispiel zu welchem Volk Haushälterin Molly gehört oder was es mit der ominösen Schlacht bei Ettersberg auf sich hat.

Insgesamt ein wirklich lesenswertes Buch. Peter Grant hat sich weiterentwickelt. Der Ortswechsel tut der Handlung gut. Es ist auch eine nette Abwechslung, hier einmal einen in sich abgeschlossenen Fall vor sich zu haben, den man auch versteht, wenn man die früheren Bände nicht verinnerlicht hat. So kann es gerne weitergehen.


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