Dienstag, 15. September 2015

Mein ist der Tod von Gert Heidenreich


Alles was sie haben, ist ein altes Skelett, das Herz einer Unbekannten und Körperteile, die nicht zueinander gehören. Die Ermittler suchen einen Serienmörder, der ihnen ein teuflisches Spiel aufzwingt - mit Rätseln aus Dantes Göttlicher Komödie ... Der dritte Fall für Alexander Swoboda bringt ihn an die Grenze des Erträglichen.

In der Stadtkirche von Zungen an der Nelda wird zu Füßen der Marienstatue eine Blutlache entdeckt: Ein Serientäter kündigt damit seine brutalen Frauenmorde an. Der Künstler und ehemalige Kommissar Alexander Swoboda, der in der Kirche ein Fenster gestalten soll, wird gegen seinen Willen in die Ermittlungen hineingezogen. Die Fundorte seiner Opfer gibt der Mörder in rätselhaften Videospielen preis. Der Schlüssel zu deren Lösung liegt offenbar in Dantes Dichtung Die Göttliche Komödie. Swoboda begreift, wie sich die Gegenwart des Todes mit einer Bluttat in der Vergangenheit verbindet - und bringt mit der Aufklärung der Mordserie das Geheimnis einer einflussreichen Familie ans Licht …

Ein schönes Buch. Der leichte Ton ist gekonnt und scheint mal eben aus dem Handgelenk hingeworfen. An solcher Sprache wurde meistens lange gefeilt – ein Autor also, der nicht schnell mit einem Krimi Geld verdienen will, sondern einer, der ein gehobenes Publikum anspricht.
Die Frage ist allerdings, welches? Denn die intellektuell eher anspruchsvollen Zitate und Rätsel stehen in einem krassen Gegensatz zu den zum Teil schon recht heftigen Tatschilderungen.

Das es sich hier bereits um den dritten Fall des Exkommissars Alexander Swoboda handelt, fällt nicht auf. Die erforderlichen Informationen sind gut in die Handlung eingebettet. Zumindest ich habe nichts vermisst. Für mich ist es nämlich der erste Swoboda-Fall, den ich lese.

Die Frage ist aber: Ist das überhaupt ein Krimi? Es scheint dem Autor viel wichtiger zu sein, zu demonstrieren, dass er sich mit Farben auskennt - seitenweise lebt Swoboda seine Künstlerseele aus, sucht nach Farben und findet sie überall.
Und wenn nicht seitenweise über Farben nachgedacht wird, wird die Vergangenheit von so ziemlich jedem ausgebreitet, der Mal durchs Bild läuft. Der 'Fall' wird dagegen eher knapp abgehandelt. Dieses Buch ist eher eine Milieustudie denn ein Krimi, obendrein eine, für die man viel Zeit braucht, denn es geht eher langsam voran.

Nun gut, auch das hat seinen Reiz. Was mich aber wirklich ärgerte: Was sollen die Tagebucheinträge des Täters, die zwischen die Kapitel eingeschoben werden? Nach gut einem Drittel des Buches war damit die Spannung weg, denn es war klar, wer der Täter sein musste.Der Autor scheint seine Leser zwar für gebildet zu halten, aber auch für schwer von Begriff. Deswegen stellt er auch gleich klar, dass der Täter ein Wahnsinniger ist ... klar, damit lässt sich alles erklären und alles ist möglich. Wenn der Täter sich unlogisch benimmt, liegt das einfach daran, dass er verrückt ist. Ehrlich gesagt, dass ist mir zu einfach.
Und dann dieser Schluss! Ok, dazu werde ich nicht mehr sagen, denn ich will niemandem die Motivation nehmen, das Buch zu lese.

Insgesamt ein elegantes leichtes Buch. Ein gutes Buch, aber ein schlechter Krimi. Klare Themaverfehlung! Schade.


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