Dienstag, 11. August 2015

Der Papiermagier von Charlie N. Holmberg


Ceony hat die Tagis-Praff-Schule für magisch Begabte als Klassenbeste abgeschlossen und wird trotz ihres Traums von Metallmagie zu dem Papiermagier Emery Thane in die Lehre geschickt. Doch die Zauber, die Ceony bei Thane lernt, erweisen sich überraschenderweise als fabelhaft: Sie lernt, Papierkreaturen zu animieren und erweckt Abbilder aus Büchern zum Leben, liest sogar in der Zukunft. Während sie diese Wunder erforscht, erfährt sie auch von den Gefahren verbotener Magie. Eine Exzisorin – eine Anwenderin der finsteren Fleischmagie – überfällt das Landhaus und reißt Thane das Herz aus der Brust. Um das Leben ihres Lehrers zu retten, muss Ceony sich der Magierin stellen und gerät in ein Abenteuer, das sie in die Kammern von Thanes immer noch schlagendem Herzen führt und die Tiefen seiner Seele enthüllt. Der Debütroman »Der Papiermagier« der Autorin Charlie N. Holmberg entführt den Leser in ein außergewöhnliches, dunkles und skurriles Abenteuer, das Leser aller Altersstufen in seinen Bann zieht.

Magie, die an verschiedene Stoffe gebunden ist, und zwar nur an von Menschenhand geschaffene Stoffe – das ist neu. Dementsprechend war ich gleich fasziniert. Man kann also mit Glas zaubern, nicht aber mit Stein, mit Gummi, aber nicht mit Holz. Und jeder Magier muss sich auf einen Stoff beschränken. Wundervolle Voraussetzungen und Beschränkungen, um gute Fantasy zu schreiben.
Im großen und Ganzen ist das auch gelungen.
Ich sage im Großen und Ganzen, denn ein paar Dinge gibt es eben doch zu bekritteln. Ich nehme mal an, das Ganze spielt in London, Anfang 20. Jahrhundert. Leider wird man da sehr im luftleeren Raum gelassen, keine Beschreibungen, keine Szenen im Freien – zumindest keine realen. Kommt mir ein wenig vor wie bei einer Vorabendserie, die immer in einer Wohnung spielt, weil das Produktionskosten spart.
Und dann ist da das Verhältnis Ceony/Emery. Dass Ceony sich in Emery verliebt, ist relativ schnell klar. Umgekehrt bleibt Emery seltsam unpersönlich und holzschnittartig. Ich fürchte, da wird eine Liebesgeschichte unnatürlich in die Länge gezogen und mit allerlei schwachsinnigen Hindernissen gespickt, damit die Zwei sich erst am Ende des dritten Bandes kriegen. Ich hasse so etwas!

Nun, ersteres wird ja vielleicht in den Folgebüchern besser. Zweiteres … nun, vielleicht werde ich da ja positiv überrascht.
Due Grundidee ist jedenfalls sehr gut. Auch die Art, wie die Rückblenden in die Vergangenheit umgesetzt wurden, ist eine prima Idee. Und die animierten Papierwesen sind einfach liebenswert. Seien wir also optimistisch!


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