Dienstag, 9. Juni 2015

Sommerkuss - New York Seasons von Fabienne Siegmund


Rain ist sechzehn, als zum ersten Mal ihr Herz gebrochen wird. Auf der Suche nach dem Warum streift sie ziellos durch die Straßen New Yorks, bis sie beinahe über ein Bild aus Kreide stolpert, das jemand auf den Asphalt gemalt hat – schöner als alles, was sie jemals gesehen hat.
Als plötzlich eine Stimme neben ihr sagt, sie würde die Einhörner aus dem Central Park sehen und Rain in die eisblauen Augen eines Jungen blickt, weiß sie, dass der Schmerz vergehen wird.
Sie ahnt nicht, dass Christian der Sohn von Väterchen Frost und der Schneekönigin ist oder dass ein Fluch auf ihm liegt, der sie in allergrößte Gefahr bringen kann. Für sie zählt nur, ihn wiederzusehen, und so gerät sie in ein New York, in dem alte Märchen lebendig sind, Strawberry Fields ein Sommerzirkus ist und Engelkrähen über geheime Friedhöfe wachen, die man nur über Straßen aus Kreidestaub erreicht.
Und dann ist da noch Danny, der Sohn des Sommers …

Die Handlung spielt in unserer Gegenwart in New York. Und doch. Schon nach wenigen Sätzen hat man das Gefühl, gerade diese Gegenwart hinter sich zu lassen und in eine alternative Welt zu tauchen. Denn alles ist durchwoben von märchenhaften Elementen und über allem liegt ein Hauch Melancholie. Dies ist nicht die hektische, amerikanische Stadt, mit der man den Begriff New York immer verbindet. Und die Menschen, zumindest einige, sind offen für Magie, statt nur ans Geldverdienen zu denken. In dieser unwirklichen Realität nimmt man es dann auch ganz schnell als völlig normal hin, wenn einem Figuren aus Sagen, Legenden oder Beatlessongs entgegentreten. Diese wirklich-unwirkliche Welt ist in sich stimmig und konsequent, weshalb es dem Leser ein leichtes ist, der Protagonistin Rain zu folgen, mit ihr zu fühlen, zu bangen und zu hoffen.

Das Buch ist der Auftakt der „New York Seasons“-Reihe. Mit anderen Worten, wir werden noch mehr in dieser verzauberten, verträumten und ein wenig traurigen Sprache lesen können. Schön.


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