Dienstag, 7. April 2015

Zeit des Sturms von Andrzej Sapkowski

Das Königreich Kerack wird von Kämpfen um den Thron erschüttert. Auf der Suche nach Arbeit reist der Hexer Geralt von Riva dorthin und wird kurz nach seiner Ankunft verhaftet. Die Zauberin Koralle will ihn so zwingen, den Auftrag einer Gruppe von Zauberern anzunehmen. Er soll einen Dämon finden, der in Menschengestalt blutige Massaker verübt. Mit Unterstützung des Troubadours Rittersporn wieder frei, beginnt Geralt eine erotische Affaire mit Koralle und nimmt den Auftrag an. Es stellt sich heraus, dass einer der Zauberer die Dämonengeschichte erfunden und selbst die Morde begangen hat, um sich Geralts zu bemächtigen, an dessen außergewöhnlichen Augen er ein obskures Interesse hat ...


'Zeit des Sturms' ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, die vor der Zeit spielt, in der Ciri in das Leben des Hexers trat. Für mich persönlich ist das besonders erfreulich, denn diese Dame geht mit mit ihrer Art gehörig auf die Nerven und wie sich Geralt langsam aber sicher zu einem melancholischen Schatten seiner selbst entwickelte, fand ich auch nicht gerade erfreulich. In diesem Buch ist Geralt noch ein unabhängiger, durch die Lande ziehender Hexer, der gegen Lohn Monster erschlägt und sich ansonsten aus der Politik eher heraushält. Er ist der gute alte Hexer mit trockenem Humor und nur einem Hauch slawischer Melancholie, bei der der Autor seine Herkunft einfach nicht verleugnen kann.

Es scheint, dass Sapkowski zurück zu den Wurzeln wollte und das ist ihm auch voll und ganz gelungen. Vor allem für die Liebhaber der ersten Hexer-Romane ist dieses Buch also ein wahres Fest. Es ist ein griffiger, episodenhafter Abenteuerroman mit schnoddrigen Witz, unter dem aber immer mal wieder ernste Themen durchschimmern. Insgesamt zeigt sich hier eine Leichtigkeit, wie sie der Autor in den letzten Büchern eher vermissen ließ. Schnelle Dialoge, menschliche Abgründe und unerwartete Wendungen machen das Lesen zum Vergnügen.

Dabei ist es nicht nötig, die anderen Hexer-Bücher gelesen zu haben. Zugegebenermaßen aber erhöhen der 'Aha'-Effekt und die Wiedersehensfreude, wenn bekannte Figuren wie die Zauberin Yennefer der Barde Rittersporn den Lesespaß.

Insgesamt kann man sagen, dass Andrzej Sapkowski mit diesem Buch endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen kann. 'Zeit des Sturms' ist absolut lesenswert.


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