Dienstag, 21. April 2015

Gilde der Diebe von Paul S. Kemp

Eigentlich wollen es die Grabräuber Egil und Nix ruhiger angehen und sich nicht mehr in gefährliche Situationen reinziehen lassen. Doch noch stärker als dieser Wille ist ihre Schwäche für die zwei schönen und telepathisch begabten Schwestern Rusilla und Merelda, die sie einst aus den Fängen eines skrupellosen Magiers befreiten.

Nun geraten die beiden Frauen durch einen dummen Zufall mit der Diebesgilde von Dur Follin aneinander: Während Rusilla dem Anführer der Gilde die Zukunft voraussagt, wird er hinterrücks von einem Meuchelmörder erschossen. Dabei bleiben einige seiner Erinnerungen in Rusillas Gedächtnis haften, und so wird sie unfreiwillig zur Mitwisserin. Als der neue Anführer davon erfährt, will er sie beseitigen. Doch da hat er die Rechnung ohne Egil und Nix gemacht ...



Paul S. Kemp ist in seiner Heimat, den USA, längst ein bekannter Autor. Es hat etwas gedauert, bis seine Bücher auch in deutscher Sprache an den Start gingen. „Gilde der Diebe“ ist das zweite Buch über seine beiden Helden Egil und Nix. Wie auch das erste "Pakt des Blutes" ein abgeschlossener Roman, weshalb es nicht so schlimm ist, wenn man das erste Buch nicht gelesen hat.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Reihe und damit auch dieses Buch, passt genau in das Schema der typischen Standard-Fantasy. Die übliche mittelalterlich anmutende Welt, in der die Helden mit etwas Magie und Hilfe gegen einen übermächtig scheinenden Gegner antreten müssen. Lediglich der aufmüpfige Jugendliche, der sich als Auserwählter herausstellt, fehlt. Doch der Autor versteht es, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen. Er gibt ihnen Tiefe, lässt ihnen ein paar Kanten und schafft es, dass der Leser mit ihnen leidet oder jubelt, je nach Situation. Das buch ist spannend geschrieben, es gibt einige Stellen zum Schmunzeln und viel Action. Nichts Neues, aber eine gute Variation des leider allzu bekannten Themas.

Zugegebenermaßen hätte ich mir von Paul S. Kemp etwas mehr gewünscht. Er kann schreiben und hat Phantasie. Zu schade, dass er lieber auf Nummer Sicher geht und den Mainstream bedient, statt etwas wirklich Neues zu probieren. Das Talent dazu hätte er. Vielleicht kommt es ja noch.

Aber wenn es schon Standard sein muss, sollte sie wenigstens so sein.


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