Dienstag, 31. März 2015

Kris Longknife: Das Kommando von Mike Shepherd


eine Rezension von Helmut Steiner:

"Für Kris Longknife wird ein Traum wahr: Sie erhält ihr erstes Kommando über eine Raumstation. Dazu wird sie allerdings in das entlegene Sternensystem Chance versetzt, eine Beförderung, die zugleich einem Exil gleicht. Doch Kris ist nicht untätig, und bald kommt sie einer Organisation auf die Spur. Die verbirgt auf einem einsamen Planeten höchst fortschrittliche Alien-Technologie, die in ihren Händen eine extreme Gefahr darstellt."

Irgendwie hatte ich mir unter einer Spaceopera etwas anderes vorgestellt – Aufbruch in neue Welten, neue Ideen, originelle Vorgänge, vielleicht ein bisschen Humor. Hier ist nichts davon zu finden, sondern lediglich klassische Militäry-SF, nicht sonderlich kompliziert, nicht gerade neu. Trotzdem hat es Spaß gemacht, die ersten Bände zu lesen. Die Grundidee ist ja nicht gerade neu – weibliche Heldin übertrifft alle männlichen Kollegen und ist mutiger, schlauer, besser, patriotischer als sie alle. War schon bei Hohlbein so (Charity - Die beste Frau der Space Force) und ist hier wieder so. Ein paar Unglaubwürdigkeiten gab es auch. Aber trotzdem, es hat anfangs wirklich Spaß gemacht.
Das vorliegende Buch schließt nahtlos an die vorherigen Bände an, ja, einige Szenen erinnern schon sehr an die Vorgänger, man bekommt immer mal wieder einen Deja-vú-Effekt, was das Ganze nicht gerade spannender macht. Und letztlich läuft alles nach Schema F ab: Etwas Furchtbares ist im Anmarsch und die Heldin wirft sich der Übermacht des Feindes mutig entgegen. Natürlich gewinnt sie gegen alle Wahrscheinlichkeit.
Das wird langsam langweilig. Und was mich noch stört: Alle Bösewichter haben deutsche Namen, alle braven Helden amerikanische. In einer Zukunft, in der es weder Nationen noch Grenzen gibt, ist das schon irgendwie seltsam. Na ja, wahrscheinlich nur Zufall. Der Autor ist bestimmt nicht antideutsch oder proamerikanisch. Aber seltsam ist es schon. Und ich muss gestehen, dass ich mir schon mal Science Fiction wünschen würde, in der die Einheit der menschlichen Zivilisation nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.
An und für sich sind die Kris Longknife-Bücher ja wirklich gut zu lesen. Aber ich glaube, einen weiteren Band tue ich mir nicht mehr an. Wie viele Wiederholungen kann ein Mensch ertragen?


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