Dienstag, 3. Februar 2015

„Keine halben Sachen: Konrad von Kamms 1. Fall“ von Antonia Günder-Freytag

Hauptkommissar Konrad von Kamm hat Kummer. Ausgerechnet an Weihnachten hat ihn seine Frau verlassen. Eigentlich eine Frau, die, sagen wir mal, schwierig ist, wird sie doch von ihrem Mann aufrichtig geliebt. Und so gibt es nur ein Mittel, dass Konrad davor bewahrt, ganz und gar in Trübsal zu versinken: Ein neuer Fall. Und der schneit ihm auch prompt in Form eines Doppelmordes an Heiligabend ins Haus.
Zusammen mit seinem Kollegen Ralf Utzschneider nimmt von Kamm also die Ermittlungen am Tatort, einer hochherrschaftlichen Villa in München Bogenhausen, auf. Über Verdächtige kann er sich nicht beklagen, über Tatmotive auch nicht. Aber wer ist denn nun wirklich der Schuldige?

Ich habe ja schon Antonia Günder-Freytags Roman „Vatikan – Die Hüter der Reliquie“ verschlungen. Schon der las sich fast wie ein Krimi. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen für diesen München-Krimi. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Praktisch alle Mitglieder der Familie hatten Grund, wenigstens eines der Opfer umzubringen. Nur bei den meisten liegt der Grund schon viele Jahre zurück. Warum also erst jetzt Rache nehmen? Denn Rachegedanken sind eigentlich bei allen und jedem vorhanden.
So ungewöhnlich wie passend wird das Übrigens durch Teile aus dem Nibelungenlied, von dem einige Verse vor jedem Kapitel zitiert werden. Denn auch hier ist es ja die späte Rache Kriemhilds an der eigenen Familie, die so blutig wie tragisch endet.

Von Kamm und Utzschneider sind ein gegensätzliches Gespann – der eine von Adel und gut erzogen, der andere ein Urbayer. Jeder auf seine Art ist sehr sympathisch.
Das Drama, das sich vor den beiden nach und nach ausbreitet, bekommt der Leser in etlichen Rückblenden genauer erzählt. Man fühlt sich den beiden Kriminalisten gegenüber im Vorteil, weil man früher und ausführlicher von entscheidenden Ereignissen erfährt.
Nur leider hilft einem das wenig, wenn es um die Entlarvung des Täters geht. Das Ganze ist ein gekonntes Verwirrspiel und irgendwann hofft man einfach nur noch, dass die beiden Ermittler das alles schon irgendwie entwirren werden.

Sehr gut gefallen hat mir auch Hildegard von Kamm, Konrads Mutter. Eine sehr typische Mutter, die mich nicht wenig an meine erinnert. Aber sie ist es auch, die einen entscheidenden Hinweis gibt. Aber mehr will ich nicht verraten.

Ich jedenfalls freue mich schon auf die Fortsetzung, denn der Titel lässt es ja schon erahnen: Wo ein 1. Fall ist, wird ja hoffentlich auch bald ein 2. kommen.


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