Dienstag, 20. Januar 2015

„Die da kommen“ von Liz Jensen

Ein siebenjähriges Mädchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten. Doch sie täuschen sich. Überall auf der Welt kommt es zu grausamen Gewalttaten, die Kinder gegen ihre Familien verüben. Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunächst ein ganz anderes Rätsel aufzuklären. Hesketh ist ein »Troubleshooter«: weltweit wird er zur Aufklärung interner Skandale in globalen Unternehmen eingesetzt. Sein aktueller Fall führt ihn nach Taiwan. Hesketh entdeckt als Erster ein Muster in den sich häufenden Fällen von schwerer Industriesabotage und den Attacken von Kindern gegen Erwachsene, die wie zwei Epidemien den ganzen Erdball erfassen. Wer sind die geheimnisvollen »sie«, von denen immer wieder die Rede ist?

Hesketh ist nicht unbedingt ein sympathischer Mensch. Seine Ausdrucksweise ist geschwollen und manchmal geradezu blasiert. Er ist ein sehr gebildeter und intellektueller Mensch und er möchte, dass man das auch weiß. Beruflich hat er auch wirklich alles erreicht. Doch zunehmend wird klar, dass dabei sein Privatleben auf der Strecke blieb. Nach der Trennung von seiner Freundin Kaitlin vermisst er vor allem ihren Sohn Freddy. Da er lediglich sein Stiefvater ist, hat er keinen Anspruch, ihn zu sehen. So hängt Hesketh häufig seinen Erinnerungen nach und dieser menschliche Zug bringt ihn auch dem Leser näher.

Die Geschichte beginnt langsam und entwickelt sich nachvollziehbar. Sie wird aus der Sicht von Hesketh erzählt, was zur Folge hat, dass erst einmal vieles im Dunklen bleibt. Auch ist alles ein wenig konfus und nicht unbedingt logisch. Dennoch erschafft Liz Jensen mit ihrer Mischung aus Thriller und Fantasy eine realistische und aufregende Kulisse. Der Protagonist ist ein interessanter Charakter, wenn seine penible und hochtrabende Art auch oft nervt. Es fällt nicht immer leicht, seine Vorgehens- und Denkweise zu verstehen, aber seine Persönlichkeit kommt glaubwürdig und realistisch rüber.

Fazit: "Die da kommen" ist ein fesselnder und emotionsreicher Roman, der erst im Verlauf der Handlung zu seiner wahren Bedeutung heranwächst. Mit einer idealen Hauptfigur und einer detaillierten Geschichte ist es kein Buch, das sich einfach lesen lässt, doch die Mühe lohnt sich und bald kann man es dann doch nicht mehr aus der Hand legen, weil es so spannend ist.


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