Dienstag, 2. Dezember 2014

„Die Magie der tausend Welten: Die Begabte“ von Trudi Canavan

„Die Begabte“ ist das erste Buch der neue Trilogie von Trudi Canavan „Die Magie der tausend Welten“. Das Cover erinnert sehr an die Canavan-Reihe „Sonea“ - wieder eine Frau mit einer Kapuze, die ihr Gesicht verhüllt und in der Drehung dargestellt, damit die Kleidung bauschig schwingt. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre hier schon schön, denn der Wiedererkennungswert ist ja nun wirklich nicht alles. Inzwischen dürfte Trudi Canavan bekannt genug sein.
Dieses erste Buch der neuen Trilogie enthält gleich zwei Geschichten, denn es gibt auch zwei Protagonisten. Tyan, der eine der beiden, lebt dabei in einer Welt, in der Magie etwas ganz alltägliches ist. Bei Rielle, der weiblichen Hauptperson, dürfen nur Priester Magie wirken.
Interessant wird es, als Tyan das lebende, magische Buch Vella findet und durch dieses Buch u.a. auch lernt, wie man zwischen Welten reisen kann. Nachdem Trudi Canavan sonst eher weibliche Hauptakteure bevorzugt, ist diese Entwicklung eine angenehme Abwechslung.
Den Rahmen der Trilogie bildet das Problem, dass nur noch sehr wenige Zauberer geboren werden, die stark genug sind, zwischen den Welten zu reisen und das Imperium zu beherrschen. Gelingt dies einem Zauberer, so herrscht er ca. 1000 Jahre, bis es einem Nachfolger gelingt, dessen Herrschaft zu brechen und ihm nach zu folgen. Sämtliche Details bleiben allerdings im Dunkeln – dieses Buch hat ein sehr offen gehaltenes und etwas abruptes Ende. Klar, der Leser soll ja auch noch den zweiten Band kaufen.

Der Erzählstil der Autorin ist gewohnt flüssig und routiniert. Rasante Szenen und schnelle Entwicklungen waren noch nie ihre Sache und sind es dieses Mal auch nicht. Auch sonst gibt es nichts revolutionär Neues. Das dem Buch zugrunde liegende Magiesystem ist identisch mit „Das Zeitalter der Fünf“. Auch der ganze Weltenbau ist sehr vergleichbar. Der Schwerpunkt steckt zwar hier an anderer Stelle, aber insgesamt sind die Ähnlichkeiten einfach zu groß, um bei der Lektüre wirklich so rechte Freude aufkommen zu lassen. Wer die Romane von Trude Canavan kennt, wird in diesem Buch zwar ein paar neue, teilweise tolle Ideen finden, im Grunde aber doch immer wieder – und leider entschieden zu oft – von dem Gefühl beschlichen, dass man das Ganze doch schon mal gelesen hat.
Begeisterte Fans von Trudi Canavan, die es lieben, Altbekanntes wieder zu finden und sich darin einwickeln wie in eine alte, kuschelige Decke, werden diese neue Trilogie heiß und innig lieben. Wer jedoch etwas wirklich Neues sucht, sollte vielleicht besser die Finger davon lassen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen