Dienstag, 5. August 2014

Terror der Tentakel von A. Lee Martinez


Eroberer Mollusk stammt vom Planeten Neptun und ist damit so eine Art Krake, ein Weichwesen ohne Skelett, aber dafür mit einem großen und leistungsstarken Gehirn. Nachdem er jahrelang Planeten eroberte oder zerstörte, hat in den Ruhestand begeben. Als Wohnsitz wählt er die Erde. Den Bewohnern dort hat er vorher Drogen ins Wasser gemischt, damit sie tun, was er sich von ihnen wünscht: Ihn verehren. Doch das Genie, der Superschurke und Alleinherrscher über das Sonnensystem langweilt sich: Doch was soll man tun, wenn man im Leben alles erreicht hat?
Mollusk sieht seine neue Aufgabe darin, die Erde vor jeder Gefahr zu schützen. Aber auch das ist nicht so richtig erfüllend.
Doch dann wird Mollusks Leben bedroht. Und plötzlich befindet er sich mit der Venuskriegerin Zala auf einer abenteuerlichen Mission durch Raum und Zeit um sich selbst und die Erde zu retten.

A. Lee Martinez hat sich diesmal also an einen Science Fiction-Roman gewagt. Und er hat auch gleich noch mit einem Ich-Erzähler etwas Neues ausprobiert und auch das prima hinbekommen.
Und die Story ist auch wieder rasant, die Charaktere skurril und der Schreibstil flüssig.
Trotzdem... ja, trotzdem wird das Buch der Erwartung nicht gerecht. Im Großen und Ganzen reihen sich da haufenweise Hinterhalte aneinander, in welche Mollusk und seine Begleiter tappen. Und eigentlich hat Mollusk meist sofort ein Lösung des Problems parat, meistens, weil er schon damit gerechnet hat, dass da wieder ein Hinterhalt kommt. Selten passiert was wirklich neues, es gibt lediglich Variationen an Monstrositäten, der Verlauf ist nahezu immer der Gleiche. Man langweilt sich sicherlich nicht so, wie es Mollusk am Anfang des Buches tut, aber wirkliche Lacher gibt es nur wenige – eine irrwitzige Phantasie mit haarsträubenden Wendungen findet man eher nicht. Und gerade die erwartet man doch von Martinez.
Hier wurde dem Autor sein bisheriger Erfolg und seine früheren großartigen Bücher wie „Diner des Grauens“, „Die Kompanie der Oger: Sterben und sterben lassen!“ oder „Zu viele Flüche“ eindeutig zum Verhängnis. Denn natürlich erwartet man wieder etwas in dieser Qualität – und wird enttäuscht.
Bei einem unbekannten Autor wäre ich vielleicht mehr begeistert. Wer weiß?
Drei Sterne ist es deshalb durchaus wert.


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