Dienstag, 19. August 2014

"Die Monster, die ich rief" von Larry Correia


Owen Pitt ist Buchprüfer. Eines Abends erfüllt er sich einen lang gehegtenTraum und wirft seinen Boss aus dem Fenster. Allerdings nicht ganz freiwillig, denn dieser hatte sich vor seinen Augen in einen leibhaftigen Werwolf verwandelt und versucht, ihn zu fressen. Als Owen im Krankenhaus erwacht, ist ein Agent bei ihm. Er erklärt ihm, dass es Monster wirklich gibt und seine Organisation sie im Zaum hält, natürlich unter strenger Geheimhaltung. Und er macht Owen ein interessantes Jobangebot...

Der Ich-Erzähler und Held der Geschichte Owen ist alles andere als das, was man von einem Kämpfer gegen das Böse der Welt erwartet. Er ist nicht groß und schlank und gutaussehend, sondern stämmig, mit ein paar unschönen Narben, großen Händen und mehr Kraft als ihm guttut. Er ist einem eigentlich auf Anhieb sympathisch. Das Buch, ein echt dicker Wälzer mit 656 Seiten, lässt sich wirklich gut an und das erste Viertel ist spannend und macht Laune. Dann aber beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass es wohl mehr was für Waffennarren ist. Die Begeisterung, in die Owen jedes Mal ausbricht, wenn er einen Schießprügel sieht, ist schon etwas infantil. Und muss wirklich jedes Mal jedes Detail der Waffe vom Schlitten bis zum Abzug erklärt werden? Spätestens nach dem fünften oder sechsten Schwärmen möchte man dem Autor zurufen: „Es interessiert mich nicht, welche Patronen für welche Waffe verwendet werden! Könnten wir bitte mit der Handlung weiter machen?“ Aber wenigstens ist die Handlung, wenn sie kommt, immer noch fesselnd. Zumindest so bis Mitte des Buches. Dann wird es etwas ermüdend. Im Grunde wechseln sich lediglich Prügeleien mit Schießereien ab, dazwischen ein paar coole Sprüche und der typische männliche Schwanzvergleich, als zwei Männer (einer davon ist Owen) derselben Frau nachhecheln. Und Horror... welcher Horror? Alle Schießereien laufen praktisch gleich ab, Schrot, Silberkugeln, Granat- und Flammenwerfer auf der einen Seite ein wenig Blutspritzen in rot schwarz und grün und eine ungeheure Regenerationskraft auf der anderen. Das ist im Großen und Ganzen alles. Erschauern, Gänsehaut, Schrecken Grausen beim Leser? Fehlanzeige. Stattdessen kommt spätestens ab der zweiten Hälfte des Buches Langeweile auf.
Eigentlich gibt es sehr gute und phantasievolle Ansätze. Leider wird praktisch aus keinem so richtig etwas gemacht. Und wenn sich Owen nach dem ersten halben Dutzend Scharmützel immer noch wundert, dass ein Vampir mit Silberkugeln nicht totzukriegen ist, fasst man sich nun noch verständnislos an den Kopf.

Keine Frage, es ist ein tolles Buch für Waffennarren. Oder für die, die die Einstellung, dass Zuhauen immer ein Lösung ist, teilen. Ich konnte jedenfalls irgendwann dem eintönigen Wildumsichschießen nichts mehr abgewinnen und war nur noch gelangweilt.


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