Sonntag, 11. Mai 2014

Die Buchmagier von Jim C. Hines - Buchrezension


Isaac Vainio ist Bibliothekar in der Copper River Bücherei in Michigan. Er hütet die größte Fantasy-Buchsammlung der ganzen Gegend, und das nicht ohne Grund. Er ist Mitglied des Geheimbundes der Zwelf Portenaere, der einst von Johannes Gutenberg, dem Erfinder der Druckerpresse, gegründet wurde. Sie beschützen schon seit Jahrhunderten die Menschheit vor der Magie der Bücher. Denn jedes Buch ist magisch – zumindest für Libriomanten, die in die Bücher greifen und die dort beschriebenen Gegenstände herausholen können. Auch Isaak ist ein Libriomant. Allerdings wurde ihm nach einem eklatanten Regelverstoß verboten, seine Magie auszuüben. Und so ist er statt im Außendienst für den Geheimbund unterwegs zu sein, Titelaufnehmer in Michigan.
Das wird jedoch bedeutungslos, als drei Vampire in seiner Bibliothek auftauchen. Nur durch die zufällige Hilfe von Lena Greenwood, einer Dryade, gelingt es Isaak, am Leben zu bleiben. Aber es kommt noch schlimmer – irgendein 'wilder' Libriomant, also einer, der nicht vom Geheimbund ausgebildet und überwacht wird, entführt Mitglieder des Bundes, sogenannte Pförtner, ergreift von Vampiren Besitz und wirkt an einem Riesenzauber, der alles und jeden zu zerstören droht. Und Johann Gutenberg, der sich aus der Bibel den heiligen Gral geholt hat und deswegen immer noch am Leben ist, ist plötzlich verschwunden. Nur er könnte diesen mächtigen Feind zurückhalten.

Meine Meinung
Zuerst einmal dachte ich, der Goblin Jig aus Hines Goblin-Trilogie wäre wieder da, denn das erste, was einem im Buch begegnet, ist Klecks, die Feuerspinne, die auch schon Jig stets begleitete (und manchmal ansengte). Dann jedoch stellt sich heraus, der Held der Buchmagier hat sich Klecks aus einem Buch geholt – aus welchem, ist damit ja wohl klar. Eine nette kleine Spielerei mit den eigenen bisherigen Veröffentlichungen.
Die Idee, dass entsprechend begabte Menschen Laserschwerter, Plasmapistolen oder kleiner machende „Iss-Mich“-Kuchen (aus Alice im Wunderland) aus Bücher holen können, ist faszinierend. Wer hat sich nicht schon mal gewünscht, in ein Buch greifen und einen Gegenstand, von dem dort die Rede ist, herauszuholen. Wie man es von Hines gewohnt ist, mangelt es nicht an witzigen Einfällen und so ist Lesespaß auf jeden Fall garantiert.
Allerdings finde ich Isaak nicht unbedingt sympathisch und Lena, die Dryade ist mir zu holzschnitzartig geraten. Ok, Dryaden haben mit Holz zu tun, aber nichtsdestotrotz sollten sie doch einen Charakter haben, der nicht bei „Ich liebe dich und wenn du nicht mehr da bist, liebe ich einen anderen“ endet. Was für Lena gilt, gilt auch für den Plot, er holpert an manchen Stellen und viele Fragen bleiben unbeantwortet. Insgesamt ist mir das Ganze auch etwas zu hormonlastig. Das wäre ja in Ordnung, wenn es dann wenigstens auch mal zur Sache gehen würde. Tut es aber nicht.
Da ist für Band 2 also noch eine Menge Luft nach oben. Trotzdem, vier von fünf Sternen ist das Buch auf jeden Fall wert.



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